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Back to Europe

Auch wenn es sich jetzt wirklich sehr komisch anfühlt, aber die nachfolgenden Abschnitte bis zu unserer Abreise aus Guadeloupe am 12. Mai 2019 waren bereits fast fertiggestellt, so dass wir den Bericht über unsere letzten Wochen in der Karibik trotz erheblicher Zeitverzögerung nun doch veröffentlichen.  In Guadeloupe war vor der großen Fahrt wie üblich leider zu viel Vorbereitungs-Hektik und Aufregung in letzter Minute angesagt, da ist die Publikation auf der Strecke geblieben.

Seit unserem kurzen Deutschlandbesuch anlässlich der Hochzeit von Sibylles Bruder Christoph Anfang April läuft uns die Zeit einfach davon. In den ersten zwei Wochen nach der Rückkehr kämpft Sibylle zudem mit den Folgen eines Zeckenbiss, den sie sich überflüssigerweise beim Bärlauch Sammeln in Süddeutschland zugezogen hat. Das Antibiotikum, welches gegen eine mögliche Borreliose-Infektion verschrieben wurde, ist reines Gift und verursacht alle Arten von Nebenwirkungen, die Sibylle auf der schönen Insel Antigua schließlich völlig umschmeißen, und auch nach dem Absetzen des Medikaments erholt sie sich nur mühsam. 

Dabei hat Antigua das Zeug, zu unser erklärten Lieblingsinsel zu avancieren…..

Natürlich kennen wir bisher nur einen kleinen Ausschnitt des karibischen Reviers. Und leider mussten wir auf dem Weg nach Norden an Dominica vorbeisegeln, eine Insel, welche trotz der Hurrikan Schäden aus 2017 als echtes Highlight gilt. Dennoch – Antigua hat es uns besonders angetan. Auf den ehemals britischen Inseln geht alles irgendwie urtümlicher zu als auf den europäisch-französischen. Und der Charm der altehrwürdigen Gebäude und Anlagen von Nelson`s Dockyard in English Harbour ist einzigartig. Wundervoll sind auch die zahllosen weißen Strände mit Pudersand und türkisblauem flachen Wasser. Und im quirligen St. Johns brodelt das Inselleben, wobei sich hier – anders als weiter südlich – die Kriminalität sehr in Grenzen hält. Und auch das Ein- und Ausklarieren gestaltet sich, entgegen mancher haarsträubenden Seglerberichte, die man im Internet finden kann, völlig unproblematisch.

Zusammen mit „Ariranha“ ankern wir 10 Tage in Jolly Harbour, Antigua. Und ach ja – seit unserem Absprung aus Deshaies auf Guadeloupe haben wir einen Gast an Bord. Simon kommt aus Österreich und wird ebenfalls Anfang Mai von Tortola aus auf einem Segelschiff die Rückreise nach Europa antreten. Kurz entschlossen offerieren wir ihm die Passage nach Antigua, und auch den Aufenthalt an Bord, bis er einen Lift weiter in den Norden findet. Dazu kommt es dann nicht, zu den BVI`s muss er schließlich mit dem Flugzeug weiterreisen und wir verbringen herrliche Tage gemeinsam in der Bucht und an Land.

Simon hilft uns dabei, die Ladeleistung der Lichtmaschine durch den Austausch eines Kabels deutlich zu verbessern, er ersetzt den (wieder mal) defekten Stecker für die Fernbedienung der elektrischen Ankerwinsch und macht sich nützlich, wo er kann. Der Abschied fällt nicht leicht, so sehr ist uns der junge Elektroniker und – temporär auch Almbauer – ans Herz gewachsen.

Und auch die Trennung von der „Ariranha“-Crew wird eine lange werden – vielleicht sieht man sich noch kurz auf den Azoren wieder, aber anschließend wollen die beiden erstmal nach Deutschland zurück.

Noch einmal nähen wir gemeinsam und bessern vor der Überfahrt unsere Sprayhood aus, mit neuen Reißverschlüssen und Fenstern. Ein paar Wochen zuvor hatte Michael uns bereits bei der Anfertigung eines zusätzlichen Wind- und Regenschutzes für das Cockpit tatkräftig zur Seite gestanden. Sibylle macht es riesigen Spaß, dem gelernten technischen Konfektionär einiges abzuschauen. Unsere „Sailrite“ – die aus Sibylles Sicht weltbeste Nähmaschine für solche Canvas-Arbeiten an Bord – begleitet uns ja jetzt schon seit zwei Jahren und hat uns so manche Ausgabe erspart.

Am 03. Mai ist es dann so weit – wir geben Anker auf und fahren von Antigua zurück nach Guadeloupe. Zwei Tage gönnen wir uns noch in der schönen Bucht von Deshaies, bevor wir in die Marina nach Point à Pitre aufbrechen, um uns auf unsere zweite Atlantiküberquerung vorzubereiten. Die Fahnen der ABC Organisation wehen schon in der Marina und Direktor Francois hilft uns beim Anlegen. Alle 17 teilnehmenden Boote der ABC-Flotte liegen nebeneinander am Steg – ein buntes Bild mit all den Werbe-Flaggen, die wir neben zumeist flüssigen Geschenken (auch in Guadeloupe wird natürlich viel Rum produziert 😊) im Laufe der Woche von den Sponsor-Partnern der Organisation erhalten.

Leider sind wir die einzigen Deutschen, außer einem italienischen Boot sind alle Teilnehmer Franzosen. Unser Französisch ist eher rudimentär, zumindest was den aktiven Sprachschatz angeht, und das Englische ist für manche Franzosen durchaus problematisch. Das gilt jedoch nicht für die ABC-Organisation: hier ist man hundert Prozent zweisprachig, alle Briefings sowie Wetterberichte und Routings werden auch auf Englisch geliefert. Und mit dem Rest der Truppe arrangieren wir uns – man ist sehr bemüht uns zu integrieren, doch irgendwie bleiben wir eher Außenseiter.

Am Abend des 08. Mai trifft unser Freund Dieter ein. Er hat als waschechter Seemann viele tausend Meilen auf dem Buckel, aber gern möchte er nun endlich auch einmal unter Segeln den Atlantik überqueren. So wird er uns also auf unserem Rückweg nach Europa begleiten.

Die drei Tage bis zur Abfahrt sind vollgepackt: neben den täglichen Briefings und abendlichen Rum-Parties der ABC-Organisation, müssen wir noch frische Lebensmittel bunkern und vorkochen, das Dinghi muss eingepackt und das Vorsegel gewechselt werden. Da der erste Schreck: beim Herunternehmen fällt Sibylle auf, dass die Fock am Übergang zum Sonnenschutz kaputt ist, so ein Mist. Die große Genua ist zwar intakt und in St. Lucia erst repariert worden, hier hatte sich der Sonnenschutz auf der Atlantiküberquerung komplett aufgelöst. Aber ohne einen Vorsegel-Ersatz wollen wir in keinem Fall losfahren. Mit Unterstützung von Francois ereignet sich ein kleines Wunder: nach wenigen Stunden beim Segelmacher kann Dieter die geflickte Fock bereits am Nachmittag wieder abholen.

Doch dann gleich das nächste Drama: mal wieder läuft der Kühlschrank nicht mehr, genauer gesagt die berühmte Seewasserpumpe, die den Kompressor kühlt, scheint sich erneut verabschiedet zu haben. Hatten wir die nicht gerade noch auf Martinique getauscht und zuvor auf St. Lucia? Noch gut 36 Stunden bis zum Start, wir sind gereizt und fertig – Dieter entschärft die Situation und lädt uns in der Bar gegenüber zum Bierchen ein.

Am Samstag Vormittag gibt es dann neben dem lebenswichtigen Wetterbriefing genau eine Priorität: den Kühlschrank wieder ans Laufen bringen. Das Wetterbriefing ist ausgezeichnet, wir bekommen nicht nur detaillierte Hinweise für die Strecke der kommenden Tage, sondern erhalten auch ein allgemeines Verständnis für die Wetterbedingungen auf dem Nordatlantik.

Im Anschluss an den Wettervortrag, der per WebEx aus Frankreich übertragen wird, kümmert sich Burkhard beim Schiffsausrüster um eine neue Kühlschrankpumpe. Das wird eine größere Sache, denn eine Pumpe, die auf unsere Anschlüsse passt, ist natürlich nicht vorrätig.

Dieter und Sibylle warten währenddessen mit den anderen Teilnehmern auf den Fotografen für das Gruppenfoto, auf dem Burkhard nun leider fehlt. Als wir uns anschließend voller Verzweiflung erneut der defekten Kühlschrankpumpe widmen, fällt Dieter auf, dass der Zulauf zum Seewasserfilter abgesperrt ist, das hat gestern niemand bemerkt. Verursacher war offenbar der Mensch vom Volvo Motorservice, der in einem unbeobachteten Moment im Rahmen der Wartung am Vortag wohl sämtliche Ventile zugesperrt hatte, die er im Motorraum finden konnte …. AUA – sehr peinlich, aber als der Mechaniker von Schiffsausrüster zum Tausch der Kühlschrankpumpe erscheint, läuft die alte Pumpe bereits wieder 😉

Am 12. Mai 2019 fahren wir um 11:00 Uhr Ortszeit gemeinsam mit den anderen Teilnehmern über die Startlinie. Um von Guadeloupe wegzukommen, müssen wir zunächst südöstlich in Richtung der Insel Marie Galante aufkreuzen – mit dem Gegenwind zum Anfang hätte der Startpunkt kaum ungünstiger gewählt werden können. Schließlich schmeißen wir den Motor an, bis wir die Ostecke von Guadeloupe gerundet haben. Nach gut 40 Meilen können wir dann endlich durchstarten, Richtung Nordosten, Richtung Europa.

Martinique

So ganz anders als die Inseln südlich von ihr präsentiert sich Martinique. Sehr französisch, sehr europäisch. Im Unterschied zu den britisch geprägten Inseln fährt man hier wie gewohnt auf der rechten Seite. Die Straßen sind gut asphaltiert, es gibt sogar mehrspurige Schnellstraßen, jedenfalls rund um die Hauptstadt Fort de France. So leihen wir uns mehrfach einen kleinen Mietwagen, um gemeinsam mit Sabine und Harald Teile der Insel zu erkunden.

Unser erster Ausflug geht an die südliche Ostküste, wo es besonders schöne Strände geben soll. Was für eine Enttäuschung! Bedrückt schauen wir auf die stinkenden Berge von Sargassum-Braunalgen an den zumeist menschenleeren Stränden. Hier kann und möchte niemand mehr zum Baden herkommen. Lediglich Surfer und Kiter lassen sich nicht abhalten – aufgrund der Windsituation ist die Ostküste mit ihren weiten flachen Stränden für die Ausübung des Sports natürlich besonders attraktiv. Wir müssen uns die Nase zuhalten, der faulige Gestank erregt Übelkeit. Was soll nur aus den vielen Appartments und Hotelanlagen werden, die man hier errichtet hat. Was aus den Fischern, die sich mit ihren kleinen bunten Booten den Weg zum Hafen durch Braunalgenteppiche erkämpfen müssen. Meerestiere werden in den dichten Teppichen gefangen und verenden kläglich. Die Naturkatastrophe scheint immer größere Ausmaße anzunehmen, und sogar auf der Westseite der Insel schwimmen inzwischen schon einzelne Sargassum-Ableger.

Die Folgen sind verheerend, so ist es nicht überraschend, dass das Elend auch im diesjährigen Karneval in Sainte Anne mit einem Mottowagen thematisiert wird: Sargassum regiert die Welt. Harald hat noch ein paar Links zum Thema recherchiert, die wir hier gern teilen, so dass sich jeder selbst ein umfassendes Bild von der Katastrophe machen kann. Seit 2011 gibt es die Plage hier in der Karibik – doch vor unserer Atlantiküberquerung haben wir nie etwas davon gesehen oder gehört.

https://www.noonsite.com/General/Environment/caribbean-sargassum-coverage-significantly-higher-than-most-years-since-2011

https://newrepublic.com/article/150775/humans-created-new-natural-disaster

http://sargassummonitoring.com/

Beim kleinen Ort Le Francois beschließen wir die Ost-Küste zu verlassen und über eine als landschaftlich schön ausgewiesene Straße unseren Weg zurück Richtung Le Marin zu nehmen. Eine gute Entscheidung. 

Das Landesinnere ist auch hier im Süden wunderbar hügelig grün mit viel Landwirtschaft und Obstplantagen. Wir stoppen bei einem kreolischen Garten. Für sechs Euro pro Person erklärt uns hier Monique in dritter Generation die Anlage ihres Großvaters. Sie kennt jeden Baum, jeden Strauch und jeden noch so kleinen Bodendecker. Circa 200 verschiedene Arten der Flora von Martinique sind hier vertreten. Wir staunen über Mangobäume, Vanilleblüten, Strelizien, Soursop, eine kleine Ananas, unzählige Heilkräuter und Blütenpracht.

Der Rückweg nach Le Marin führt uns über den lebhaften Badeort Sainte Luce. Eigentlich hätten wir hier gern etwas gegessen, aber wie so oft schließen die einladenden Strandbuden und -restaurants ab späten Nachmittag, und machen – wenn überhaupt – erst ab 19:00 Uhr wieder auf. Doch tatsächlich gibt es von Le Marin eine gute Busverbindung und so holen wir, was uns an diesem Tag entgangen ist, zu einem späteren Zeitpunkt mit der Crew von der Ariranha ausgiebig nach ….

Martinique ist das Einkaufsparadies schlechthin – hier in der Gegend gibt es nichts Vergleichbares. Die französischen Hypermarchés sind riesig und das Sortiment lässt keine Wünsche offen.  So fahren fast alle Crews nach Martinique zum „Bunkern“, das heißt zur Bevorratung in großem Stil. Auch wir schlagen erstmal richtig zu und staunen über das reichhaltige Angebot. Bis auf eine Discounterkette ist jedoch alles recht hochpreisig. Die Marina in Le Marin ist die größte ihrer Art in der Karibik und bietet eine ausgezeichnete Infrastruktur mit Schiffsausrüstern, Werft, Waschsalon, Bäckerei, Restaurants und kleinen Läden. Unschlagbar ist der Angelshop AKWABA, auf 240 Quadratmetern locken Hunderte von bunten Ködern und sämtliches Fishingzubehör – die Versuchung ist groß, aber Sibylle begnügt sich mit dem Ersatz des kürzlich verlorenen Lieblingsköders und ein paar Haken.

Ab jetzt werden Sabine und Harald bei gemeinsamen Unternehmungen stets von der „Ariranha“ Crew abgeholt und wieder zurück an Bord gebracht – ein unglaublicher Service, den wir alle sehr genießen, denn zu viert ist es in unserem eigenen Dinghi doch recht eng und auch die Motorisierung etwas schwach.

In Sainte Anne „tobt“ überraschenderweise der Karneval – bis Karnevalsdienstag einschließlich gibt es fast jeden Tag einen kleinen Umzug, mit wechselnden Wagen und Tanzgruppen. 

Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung verlassen wir mit unseren Gästen die Marina und gehen vor Anker um die Ecke in Sainte Anne. Für Harald beginnt nun eine neue Herausforderung: das sichere Ufer kann ab jetzt nur noch mit dem Dinghi erreicht werden – und ob er sich dem schaukeligen Gummischlauch anvertrauen möchte, weiß er noch nicht so genau. Doch die „Ariranha“ hat ein großes Beiboot mit richtiger Sitzbank und dank Michaels fürsorglicher Probefahrt ist nun auch das Dinghifahren für Harald gar kein Problem.

Nach dem obligatorischen „Elf-Ührken“ streifen wir ausgiebig durch die Souvenirläden, vertrödeln die Tage am langen Sand-Strand und genießen abends die Sundowner – mal an Bord der „Ithaka“, mal zu Gast bei „Ariranha“. Burkhard und Michael gönnen sich einen Besuch bei der ortsansässigen Osteopathin, die den beiden – zumindest vorübergehend – zu aufrechtem Gang verhilft.

*) Bedeutung: Bier um 11:00 Uhr. Sollte die Uhrzeit mal nicht passen, so wird sie passend gemacht: „irgendwo auf der Welt ist es jetzt auf jeden Fall 11:00 Uhr“ © Michael R.😉 

Doch leider gibt es auch ernste Themen. Zu unser aller Entsetzen wurden auf der anderen „Ithaka“ die beiden Außenbordmotoren am video-überwachten Werftsteg gestohlen, während Angela und Christof in Deutschland ohnehin gerade sehr schwere Zeiten durchmachen. Sie bitten uns, an Bord nach dem Rechten zu sehen – Gott sei Dank scheint sich der Übergriff auf die beiden Motoren beschränkt zu haben.

Wir vereinbaren einen Krantermin in der Carenantilles Werft, denn wir brauchen dringend einen neuen Antifouling Anstrich.

Außerdem überlegen wir immer wieder, was wir während der Hurrikan-Saison machen sollen. Der Weg nach Süden birgt Gefahren vor allem wegen möglicher Piraterie im Umkreis der Küste von Venezuela. Der Rückweg nach Norden in die Karibik, zum Beispiel von Kolumbien aus, ist beschwerlich und für die Fahrt unter Segeln gibt es nur wenige günstige Wetterfenster. Inzwischen hat der Wind hier im Revier spürbar nachgelassen und immer häufiger wird Sibylle von Mücken fast aufgefressen – keine schöne Perspektive für die heißen Sommermonate, die uns hier erwarten.

Nach einer Woche lichten wir den Anker und segeln am Diamond Rock vorbei hoch in die wunderschöne Bucht Grande Anse D`Arlet. Im Gegensatz zu Sainte Anne, wo außer uns noch mindestens 200 weitere Segelboote lagen, geht es hier deutlich beschaulicher zu. Die Tage verrinnen und bald heißt es Abschied nehmen für Sabine und Harald.

Wir reservieren kurzfristig einen Platz in der Marina Etang Z`abricot, in der Nähe des Flughafens in Fort de France. Von hier aus wollen wir die letzten beiden Tage nochmals Ausflüge mit dem Mietwagen machen. Daraus wird zunächst nichts, denn mal wieder gibt unsere fast neue Kühlschrankpumpe den Geist auf. Seewasser tritt in der Mitte der Pumpe aus und sie hat die Arbeit eingestellt – nach nicht einmal drei Monaten Laufzeit. Garantie gibt es natürlich nur dort, wo wir sie gekauft haben, aber nach St. Lucia wollen wir deswegen jetzt nicht unbedingt segeln. Wir setzen uns in den Mietwagen und fahren zum nächstgelegenen Chandler in Fort de France, hier beschränkt sich das Angebot jedoch auf Lacke und Batterien. Also auf nach Le Marin. 

Wir bedauern, dass Sabine und Harald an Bord bleiben wollten, denn dieser Inselausflug nimmt fast einen halben Tag in Anspruch. Tatsächlich finden wir eine passende Pumpe in Le Marin und sind schneller zurück als gedacht. Routiniert und in Windeseile wird die neue Pumpe eingebaut und so können wir wenigstens den Nachmittag noch für die Besichtigung von St. Pierre nutzen.

St. Pierre liegt 31 Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Fort-de-France. Die ehemals blühende und wohlhabende Ansiedlung war über mehrere Jahrhunderte Hauptstadt und darüber hinaus Kolonisationskeim der ganzen Insel. Sie wurde 1902 durch eine Eruption des sieben Kilometer nordöstlich aufragenden Vulkans Montagne Pelée zerstört und hat sich nach dem Wiederaufbau zu einem beliebten touristischen Reiseziel entwickelt (Wikipedia).

Am Abreisetag schließlich besuchen wir noch gemeinsam den Jardin de Balata, den berühmten botanischen Garten von Martinique.

Der Garten liegt hoch oben an einem Berg und ist wunderschön angelegt. Die verschiedenen Gewächse sind nach Familien gruppiert: Bromelien, Palmen, Bambusgewächse. Dazwischen gibt es Teiche mit Seerosen und Fischen. Für den Weg über eine Hängebrücke, die durch die Baumwipfel oberhalb führt, müssten wir leider mehr als eine Stunde anstehen, so verzichten wir auf das Erlebnis.

Zurück an Bord gibt es noch einen Überraschungsbesuch von der Ariranha Crew, bevor wir Sabine und Harald an den Flughafen bringen. So schnell verging die Zeit und die beiden müssen zurück ins kalte Deutschland.

Den darauffolgenden Tag verbringen wir mit Auf- und Umräumen, Waschen und einem lange überfälligen Friseurbesuch für Sibylle. Dann brechen wir auf zurück Richtung Le Marin, denn am 19. Februar ist dort unser Krantermin. Beim Ausfahren aus dem Liegeplatz bemerkt Burkhard, dass – mal wieder – die Lenkung nicht funktioniert. Blitzschnell entscheidet er, vorwärts zurück in die Box zu fahren. Bei starkem Seitenwind ausschließlich mit Hilfe des Bugstrahlruders wieder anzulegen, ist kein leichtes Unterfangen, aber es gelingt. Ein Marinero lässt sich trotz aufgeregtem Funken nicht blicken, aber Gott sei Dank gibt uns ein benachbarter Skipper die Mooringleine an und vertäut die Festmacher. Ein Blick in die Steuersäule und unter die Achterkojen zeigt: wieder einmal ist die Kette aus der Führung und die Steuerseile vom Quadranten abgesprungen. Dabei hatten wir doch drei Tage zuvor noch ganz normal hier angelegt. Wie das passieren kann, ist uns bis heute ein Rätsel. Wir werden künftig die Position der Steuerseile regelmäßig kontrollieren müssen. Als wir mit der Reparatur fertig sind, ist es bereits Mittag und wir laufen als Zwischenstopp die Grande Anse D`Arlet an, um nicht im Dunkeln in Le Marin ankommen zu müssen.

Auch der Morgen des Krantermins verläuft nicht ganz reibungslos. Mit ausreichend zeitlichem Vorlauf geben wir früh in der Bucht von Le Marin den Anker auf, um rechtzeitig in der Werft Carenantilles einzulaufen. Dabei fangen wir uns eine alte Kette ein, die dort am Boden liegt. Die Kette ist so ungeschickt um unseren Anker gewickelt, dass wir aus eigener Kraft nicht freikommen. Gott sei Dank ist die „Ariranha“ nebenan und Michael kommt schnell mit dem Dinghi angebraust, um uns zu helfen.

Die Hilfskraft im Werft Office ist unsere nächste Herausforderung (Krantermin unbekannt …), doch das Auskranen klappt prima. Der Kranführer ist routiniert und versteht seinen Job. Wir haben den Hochdruckreiniger bestellt und nach einer guten Stunde ist das Unterwasserschiff vom tropischen Urwald befreit, der sich dort festgesetzt hatte. Es gibt aber noch jede Menge Muschelreste, die einzeln abgeschliffen werden müssen.

Drei Tage haben wir für die Arbeiten am Unterwasserschiff veranschlagt – ein sportliches Timing, aber wir kommen hin. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der regelmäßigen Pausen und Motivations-Bierchen gemeinsam mit „Ariranha“, die neben uns an Land steht. Zu viert macht die Arbeit doch einfach deutlich mehr Spaß, man schleift und streicht um die Wette und freut sich über den Fortschritt.

So bleibt am Schluß noch ausreichend Zeit, um nicht nur den Schiffen sondern auch den Skippern ein frisches Styling zu verpassen 😉. Dummerweise passiert beim Einkranen von „Ariranha“ ein kleines Malheur, so dass an einigen Stellen nochmal nachgearbeitet werden und der Launchtermin auf nächsten Tag verschoben werden muss.

Zwischendurch treffen wir François von der franzöischen Organisation „Atlantic Back Crusing (ABC)“ http://atlanticbackcruising.com/en/ und fällen endlich eine Entscheidung: am 12. Mai werden wir mit einer kleinen Flotte von Guadeloupe über die Azoren nach Europa zurücksegeln und unseren Traumtörn im Mittelmeer fortsetzen.

Wir freuen uns sehr aufs Mittelmeer, das im Vergleich zur Karibik doch deutlich mehr Abwechslung bietet – trotz aller unübersehbaren Reize, die wir in diesem exotischen Revier kennengelernt haben. Doch traurig verabschieden wir uns von Christof und der anderen „ITHAKA“, aus der gemeinsamen Weiterreise wird nun vorläufig nichts werden. 

Sollte uns in absehbarer Zeit das Fernweh wieder packen, dann müssen wir halt die Runde über den großen Teich erneut in Angriff nehmen – ausschließen würden wir das heute jedenfalls nicht.

Segeltaktik in den „Channels“

In den Meerengen zwischen den Inseln der Karibik pfeift der Wind oft richtig. Viel Wind – das ist uns aus der Ägais ja durchaus nicht fremd, doch hier im Atlantik kommt oft eine heftige Strömung hinzu, die in Richtung Süden das Schiff meist ordentlich voranschiebt, in nördlicher Richtung jedoch zum Teil ärgerlich weit ab vom Wunschkurs versetzt. Kräftig drückt die Atlantikwelle von Ost nach West im Freiwasser zwischen den Inseln. Nicht selten hat der stets böige kräftige Wind eine Nordkomponente. Will man also vom Süden der kleinen Antillen zurück in den Norden, segelt man daher meist hoch am Wind und muss so gut es geht „vorhalten“, das bedeutet, man fährt so hart am Wind gen Osten wie möglich, um den westlich versetzenden Strom auszugleichen.

Die Empfehlungen im Revierführer von Chris Doyle sind sehr hilfreich, um unvorhergesehene Stresssituationen bei Starkwind und hoher Welle zu vermeiden. Theoretisch 🙂

So „motorsegeln“ wir mit halb gesetztem Großsegel im Lee von St. Vincent bis zur Nordspitze, besonders die letzten Meilen verlangen dem Motor einiges ab gegen Welle und Strom, und trotz hoher Drehzahl kommen wir nur mäßig voran. Wir sind soeben frei vom Land, da scheppert mal wieder unsere Coladose an der Schleppangel und der Expander spannt sich fast bis zum Zerreißen. Im selben Moment ein schrilles Piepen – der Motor mahnt Überhitzung an. Burkhard schaltet ab und springt nach unten, um die Temperatur festzustellen. Sibylle bemüht sich, das Schiff ein wenig in Fahrt und auf Kurs zu halten – mit halbem Großsegel kein sehr erfolgreiches Unterfangen, aber wenigstens zeigt der Richtungspfeil auf dem Kartenplotter an, dass wir nicht auf die Nordspitze der Insel zurücktreiben. Gleichzeitig versucht sie Stück für Stück, die Angelleine über Hand auf die Spule zu wickeln, das Ganze dauert circa 20 Minuten, dann geht nichts mehr.

Wir wollen am selben Tag noch bis zur Rodney Bay hochfahren, eine Tagesetappe von knapp 80 Seemeilen. Unsere Ankunft wird ohne erst weit nach Anbruch der Nacht sein, insbesondere jetzt, wo uns der Motor mal wieder im Stich lässt.

Strömung und Wind versetzen uns zusehends weiter weg von der Insel, und schließlich fahren wir eine Wende, um wieder näher an Land zu kommen. Wir machen jedoch kaum Fahrt und erst recht keine Höhe, die Steuerfrau muss sich sehr konzentrieren, um zu vermeiden, dass wir wieder zurück in die Richtung fahren, aus der wir gerade gekommen sind. Nachdem wir uns dem Ufer einige Meilen genähert haben, geben wir das Unterfangen auf, wenden erneut und schalten den Motor wieder ein. Wir sind uns nicht sicher, was den Überhitzungsalarm ausgelöst hat. Die Seewasserpumpe und auch der Impeller sind völlig in Ordnung, das Seewasser wird in gewohnter Menge durch den Kreislauf gepumpt. Mit niedriger Drehzahl und ständiger Temperaturkontrolle bewegen wir uns langsam aber stetig auf unser Ziel zu. Näher unter Land wird der Winkel zum Wind günstiger, das Großsegel schiebt mit und auch die Strömung lässt nach. Gegen 22:00 Uhr laufen wir in die Rodney Bay ein und werden von „Ariranha“ begrüßt, die ebenfalls hier ankert. Beim Ankermanöver fängt es an, aus Kübeln zu schütten. Eigentlich haben wir heute Vollmond, aber der Himmel ist pechschwarz und in dem Regenvorhang kann man kaum die Hand vor Augen sehen. Kein schöner Empfang in St. Lucia!

Burkhard übernimmt auf Zuruf das Steuer, eigentlich müssen wir dringend das Vorsegel setzen, um ohne Maschine voranzukommen, doch der Fang geht jetzt erstmal vor. Hinter unserem Schiff an der mittlerweile recht kurzen Leine hängt ein riesiger Fisch. Sibylle spurtet nach unten, um das Gaff zu holen, auf Burkhards Hilfe muss diesmal verzichtet werden. Mit zitternden Händen (vor Angst, der Fisch könnte inzwischen vom Haken gehen), wird schnell das Gaff montiert. Die Angst war berechtigt, denn als der mehr als 15 Kilo schwere Fang endlich an Deck liegt, steckt der Köder nur noch im kurzen Schwert des Fisches fest, das Ködervorfach ist gerissen …. Das war in letzter Sekunde, puh! Doch jetzt müssen wir erstmal wieder vernünftig Fahrt aufnehmen, in Richtung St. Lucia. 

Später identifizieren wir unseren Fisch als Blauen Marlin, nach erneuter Recherche zwei Tage danach jedoch als sogenannten „Sailfish“ (deutsch: Fächerfisch). Beide Spezies gehören zur Familie der Speerfische. Der Sailfish zeichnet sich durch eine strahlendblaue große fächerartige Rückenflosse aus, die mit schwarzen Tupfen durchsetzt ist.

Leider haben wir es in der Aufregung um den Motor nicht hinbekommen, vernünftige Aufnahmen von unserem großen Fang zu machen. Daher verwenden wir hier zusätzlich eine Abbbildung von wissen.de (© RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano/Il mondo degli animali).

Die riesigen Fischfilets schmecken herrlich, mariniert als Tartar oder Ceviche oder auch gebraten. Wir teilen unseren Fang mit Christine und Michael von der „Ariranha“, und verbringen kulinarisch wertvolle Abende an Bord unserer Schiffe.

Unser gemeinsam geplanter Entspannungs-Tag im Hotel „Sandals“ findet leider nicht statt. An der Rezeption erklärt man uns, dass man die Vergabe von Pässen für Tagesgäste ausgesetzt hat, solange das Hotel hundertprozentig ausgelastet ist. Schade.

Wir wandern am Strand entlang zurück und verbringen statt dessen einige nette Stunden and der Strandbar von „Landings“, nutzen hier die „Wasserliegen“ und die Süßwasserduschen. In einem lokalen Restaurant in Gros Islet essen wir anschließend gut und günstig, dann nehmen wir den Minibus zurück zur Marina.

Die Straßen brodeln heute im Vorfeld der Feierlichkeiten für den Nationalfeiertag , alle Autos sind mit der Landesflagge geschmückt. Auch in der Marina hat ein Künstler den Feiertag thematisiert, mit den Landesfarben und bunten Gesichtern auf runden Säulen.

Es ist ein seltsames Gefühl, wieder mal durch die Rodney Bay Marina zu laufen, die uns so viele Tage ein sicherer Hafen gewesen ist, an der Boardwalk Bar einen Drink zu schlürfen und bei Elena die ausgezeichnete italienische Pizza zu bestellen. Beim Chandler kaufen wir zwei Dosen Antifouling – wir müssen in der nächsten Zeit dringend mal unser Unterwasserschiff pflegen und neues Antifouling anstreichen.

Die Tage in St. Lucia gehen vorbei wie im Flug – eigentlich wollen wir längst auf Martinique sein, doch der Wind bläst in diesen Tagen recht kräftig und hat dazu eine ausgeprägte Nordkomponente. So verschieben wir die Überfahrt nach Martinique auf den letztmöglichen Termin, den Tag der Ankunft von Burkhards Bruder Harald und Schwägerin Sabine.

Wenn wir nicht gerade mit der Crew von der Ariranha unterwegs sind, treffen wir Vorbereitungen für den Besuch und erledigen einige Arbeiten am Boot. Die Sprayhood wird geflickt, die WC-Pumpe achtern ausgetauscht. Dank kräftigem Wind und Sonnenschein haben wir in diesen Tagen mit der Energieversorgung überhaupt kein Problem, insbesondere der Windgenerator produziert gut, auch und vor allem in der Nacht.

Am 26. Februar geht es durch den St. Lucia Channel endlich Richtung Martinique. Wieder „motorsegeln“ wir, bis wir gut frei von der Insel sind. Dann segeln wir so hoch am Wind, wie es nur geht. Wieder können wir nicht vermeiden, dass wir weiter nach Westen versetzt werden als gewünscht. Die Wellen sind gut 3-4 Meter hoch und häufig wird der Bug überspült. Wir wundern uns, dass die „Ariranha“ den Kurs erheblich besser hält – wie sich herausstellt, haben sie jedoch die gesamte Strecke den Motor mit eingesetzt.

Gut 7 Meilen vor der Südküste von Martinique erwischt uns ein Squall – der Wind geht auf knapp 35 Knoten hoch und wir haben Mühe, die Genua schnell genug einzurollen, die wir eben noch auf volle Stärke ausgerollt hatten. Auch die Windrichtung ist nun mehr als ungünstig, so packen wir das gesamte Tuch ein und motoren den Rest der Strecke gegen Wind und Welle bis Le Marin, wo wir für ein paar Tage einen Platz in der Marina gebucht haben, damit unser Besuch trockenen Fußes an Bord kommen kann.

Rum, Schokolade, Gewürze und Meer

Nie wieder trinken wir Rum … denken wir bei uns, während wir in die jahrhundertealten Bottiche mit stinkender, trüber Brühe schauen, aus der ein paar Arbeitsgänge später das hochprozentige Destillat gewonnen wird.

Wir besichtigen eine Rum-Fabrikation aus dem 18. Jahrhundert auf der Insel Grenada. Es ist faszinierend, an dem Herstellungsprozess wurde seit der Gründung im Jahr 1785 fast nichts verändert:

Ein Wasserrad, das während des Produktionsbetriebes aus einer natürlichen, gestauten Quelle gespeist wird, treibt den gewaltigen „Crusher“, welcher das Zuckerrohr zerkleinert und zerdrückt, so dass der Zuckerrohrsaft ausfließt.

Über Berge von getrockneten Zuckerrohrresten (Bagasse genannt), die zum Teil als Brennmaterial wiederverwendet werden, stapfen wir in die hölzerne Produktionshalle, wo der Saft aus dubiosem Rohrsystem von Bottich zu Bottich fließt, reduziert und schließlich vergoren wird. Verschiedene Bauern aus der Umgebung liefern ihr Zuckerrohr hier ein, gemessen und bezahlt werden sie nach der Menge der Saftproduktion, die wie vor 250 Jahren an einer Tafel in der Fermentierungshalle festgehalten wird.

Die nächste Station ist die Destillation, hier wird kräftig eingeheizt, um im Druckkessel das Rum-Destillat zu gewinnen, welches in einer Rohrschlange im Bachwasser abgekühlt und zur Abfüllstation geleitet wird. Sehenswert ist auch die sogenannte Qualitätskontrolle: hier wird der Alkoholgehalt festgestellt und je nach Ergebnis das Destillat in unterschiedliche Behälter geleitet. Die Abfüllung in Flaschen erfolgt von Hand.

Zwar werden bei „Rivers Rum Grenada“ nur kleine Mengen hergestellt – 600 Flaschen täglich – und für die weitere Reifung in Fässern ist die Nachfrage auf der Insel Grenada zu groß, man hat keine Zeit um braunen Rum zu produzieren, also bleibt es bei weißem, aber der hat es in sich.

Das Hauptaugenmerk der Produktion liegt auf der Herstellung von 75%tigem Alkohol, da im Flugzeug wegen der Brandgefahr aber nur die Mitnahme bis 70% gestattet ist, wird zusätzlich für die Touristen eine 69%tige Variante abgefüllt. Nach der Verkostung könnten wir als Feuerspeier auftreten, so sehr brennt das Zeug.

Berühmt ist Grenada auch für die Kakaobohnen- und Schokoladenproduktion. Und so besichtigen wir mit Jouvay Chocolate und Belmont Estate gleich zwei altehrwürdige Verarbeitungsstätten. In der Fermentierungshalle riecht es wie in einer Weinkelterei, das leicht säuerliche Fruchtfleisch der Kakaofrüchte wird hier in großen Holzkisten mit Bananenblättern abgedeckt vergoren. Der Vorgang dauert 6-7 Tage, währenddessen werden die Bohnen regelmäßig von einer Kiste zur anderen geschaufelt, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erreichen. Erst nach der Fermentation lassen die Kerne den typischen Schokoladengeschmack erkennen, der sich mit anschließender Trocknung und Röstung der Bohnen dann noch verstärkt.

Auch hier kommt beim Trocknen der fermentierten Bohnen noch alte „Technologie“ zum Einsatz: in riesigen Holzschubkästen auf mehreren Ebenen werden die Bohnen in der Sonne getrocknet. Auf Eisenschienen gelagert können die Schubkästen bei Bedarf unter eine regenfeste Abdeckung gefahren werden.

Ergebnis der Schokoladenproduktion sind zartschmelzende dunkle Schokoladen mit hohem Kakaoanteil, dann die sogenannten Cocoa-Balls, die man hierzulande für die Bereitung von „Chocolate Tea“ (bei uns: „heiße Schokolade“) verwendet, aber auch Kakaobutter, die hauptsächlich in Kosmetika Verwendung findet.

In der Markthalle von St. George wie beim Einkauf bei verschiedenen Gewürzhändlern lernen wir viel über die wichtigsten Gewürze der Insel, insbesondere über die Muskatnuss. Sämtliche Bestandteile der Frucht und des Kerns werden irgendwie verwendet: aus der dickfleischigen gelben Frucht, die die Muskatnuss umhüllt, gewinnt man Muskatsirup und -gelee. Der eigentliche Kern ist in frischem Zustand von einem knallroten Netz überzogen, dem sogenannten „Mace“: dies wird getrocknet ebenfalls als Muskat-Gewürz verwendet, ist jedoch feiner im Geschmack. Die Muskatnuss ist das Hauptexportprodukt Grenadas. 20% des Weltverbrauchs an Muskatnüssen stammen aus Grenada, das damit nach Indonesien der zweitgrößte Produzent von Muskatnüssen weltweit ist. 

Zusammen mit Zimt, Ingwer und Piment hat sich Grenada den Ruf der Gewürzinsel in der Karibik erworben.

Grenada hat auch sonst einiges zu bieten. Bei einer Taxirundfahrt erkunden wir den nördlichen Teil der Insel. Unser Fahrer Andrew zeigt uns neben den Rum- und Schokofabriken den Concord Wasserfall, den Schildkrötenstrand, zwei Süßwasserseen, den Regenwald, die Schwefelquellen und schließlich zum Abschluss der achtstündigen Rundfahrt noch den atemberaubenden Blick von der Festung auf St. George, die Bucht und den Hafen.

Peinlich nur, dass wir am Ende kaum noch das Geld zusammenkratzen können, um ihn für seine Mühen zu entlohnen – offensichtlich haben wir zu viel in Rum, Schokolade und Gewürze investiert😊. Dummerweise funktioniert an diesem Abend auch Burkhards Kreditkarte nicht, Sibylles Karte wurde von der Bank aus Sicherheitsgründen prophylaktisch gesperrt. So legen wir das wohlverdiente Trinkgeld schließlich in US-Dollar drauf, die hier neben der Landeswährung immer gern genommen werden.

Die Hauptstadt St. George ist geprägt von altenglischer Bausubstanz, vor der sich das bunte Leben der quirligen Stadt besonders abhebt. Wir besuchen den Gewürzmarkt und durchstöbern einige größere Supermärkte. Einkaufen in der Karibik geht immer nach der Devise: man kaufe, was man gerade bekommen kann, auch wenn man es nicht sofort braucht. Im nächsten Ort oder Supermarkt darf man nicht darauf hoffen, dasselbe Produkt nochmals zu ergattern.

Drei Tage lang liegen wir vor Anker in der Grand Mal Bucht bei St. George, vier weitere an einer Mooring im GYC – Grenada Yacht Club. Anders als in der gegenüberliegenden Port Louis Marina sind hier die Liegegebühren moderat und wir wollen auch schauen, ob der Liegeplatz eventuell als Sommerquartier während der Hurrikan-Saison taugt. Auch wenn der Yachtclub mit der zugehörigen Restaurantterrasse irgendwie sympathisch ist – monatelang hier zu verweilen, können wir uns dann doch nicht vorstellen. Wir fahren auch zur Besichtigung eines hurrikan-sicheren Landstellplatzes nach Clarks Bay. 

Hier möchte man erst recht nicht länger bleiben, abgesehen von der täglichen Kletterei, wenn das Schiff am Land steht, ist hier außer der Clarks Court Marina weit und breit nichts, zum nächsten Supermarkt kommt man nur mit dem Taxi. Außerdem ist der sehr gut gepflegte Platz für die kommende Saison bereits ausgebucht, wie wir erfahren. Wir lassen uns auf die Warteliste aufnehmen, doch Clarks Court wäre für uns nur dann eine Option, wenn wir während der vier Monate nicht auf dem Schiff bleiben würden.

Grenada ist vorläufig der südlichste Punkt unserer Karibik-Reise, nun orientieren wir uns wieder Richtung Norden, um in Martinique Burkhards Bruder und Schwägerin aufzunehmen.

Wir segeln zurück über Carriacou. Die Insel Carriacou gehört ebenfalls zum Staat Grenada und der Ankerplatz in der Tyrrel Bay wie auch der kleine Ort Hillsborough haben es uns ganz besonders angetan. Christine und Michael von der Ariranha haben sich in der Woche zuvor viel Zeit genommen, um uns ihre Lieblingsplätze zu zeigen. 

Die beiden lebenslustigen Deutschen segeln seit vielen Jahren in der Karibik und kennen sich bestens aus. Nun sind sie zum ersten Mal mit dem eigenen Schiff hier. Wir verbringen gemeinsam nette Stunden bei unzähligen Drinks und sehr guter lokaler Küche. Nachdem Burkhard sich abends beim Aufholen des Dinghi die Winschenkurbel ins Schienbein rammt, kümmern sie sich rührend, holen uns mit ihrem großen Dinghi ab, begleiten uns zum Arzt in Hillsborough, als sich die Wunde entzündet.

Hillsborough ist ein angenehmer, bunter Ort mit reichlich Einkaufsmöglichkeiten. Die Terrassen der einheimischen Bars am Strand bieten einen herrlichen Ausblick auf die türkisfarbene weite Bucht – das ist jetzt mal Karibikfeeling pur. Man kann stundenlang einfach nur so dasitzen und entspannen. Wir genießen in vollen Zügen ….

„Welcome to Paradise“

„Welcome to Paradise“ – so empfängt man uns in fast jeder Bucht, die wir anlaufen. Auch wenn die Auslegungen von Paradies durchaus unterschiedlich sein können, erscheint uns die Ansage doch meist nicht unberechtigt.

Der Anlegeplatz zwischen den Pitons von St. Lucia, unmittelbar vor dem Sugar Beach Resort, ist landschaftlich wirklich beeindruckend. Beschützt und eingerahmt vom kleinen und großen Piton liegen wir hier an einer Boje fast unmittelbar vor dem Strand, der von nur wenigen Gästen des Resorts derzeit genutzt wird. Der Preis, den die beiden Boatboys für ihre Anlegehilfe aufrufen möchten, ist völlig überzogen, doch Burkhard verhandelt erfolgreich – nett aber bestimmt.

Ausklariert haben wir bereits in Rodney Bay, aber für weitere 24 Stunden dürfen wir noch in St. Lucia bleiben. Einem fliegenden Händler – ziemlich `stoned` – kaufen wir eine Kette aus Ingwersamen ab. Dem nächsten eine große Avocado. Die Avocados sind hier fast so groß wie Football-Bälle, jedenfalls in der Saison, unglaublich. Circa fünf Euro (15 XCD) zahlt man für so ein Prachtstück, das köstlich schmeckt, sobald es reif ist.

Die Nacht bei den Pitons ist leider für uns ziemlich schlaflos. Gerade haben wir gelesen, dass laut Statistik St. Lucia in 2018 die meisten (klein-)kriminellen Übergriffe auf Segelboote in der Karibik zu verzeichnen hat, siehe auch https://www.blauwasser.de/tipps-zur-sicherheit-karibik. Wir müssen uns wohl erst noch an das Leben außerhalb der behüteten Marina gewöhnen …

 

Das Ablegemanöver misslingt zunächst. Wir haben uns dummerweise an der Boje mit zwei unterschiedlich starken Festmachern gesichert, die sich nun bei Morgengrauen umeinander gewickelt und völlig vertörnt haben. So kommen wir nicht los. Es gelingt uns, von Deck aus ein paar Törns zu entwirren, aber dann bleibt nichts als ins dunkle Wasser zu steigen und den Rest manuell zu entknoten. Sibylle findet das morgendliche Bad wenig erfreulich, vor allem, weil die Bucht heute voll von Saragossa-Gras ist, was eklig piekt bei Berührung. Nun denn, schließlich sind wir frei und können durchstarten. Fast 45 Minuten haben wir so verschenkt, hoffentlich erreichen wir unser Ziel noch vor Einbruch der Dunkelheit.

Die ersten beiden Stunden wird gemotort und dabei gefrühstückt, dann kommt ordentlich Wind auf, 18-25 Knoten, und wir setzen Segel, vom Großsegel geben wir nur Zweidrittel raus. Mit halbem Wind kommen wir super voran, bis uns im Lee von St. Vincent am Mittag der Wind verlässt. Die Insel ist wunderschön grün, die Buchten sehen toll aus. Schade, dass man hier nicht mehr einlaufen soll, nachdem man einigen Seglern übel mitgespielt hat.

Und wieder einmal wechselt Burkhard die Landes-Flagge und zieht die Farben von St. Vincent und den Grenadinen auf.

Nach knapp zwei Stunden kommen wir aus der Abdeckung von St Vincent und der Wind setzt wieder ein, leider ziemlich von vorn, so dass wir trotz Windstärke 6 (Bft) nur langsam vorankommen. Hier im Kanal zwischen den Inseln schwimmt auch wieder jede Menge Sargassum Gras, das den ganzen Tag über (außer hinter St. Vincent) immer wieder die Angel ausgeknockt hat. Kaum zeigen sich die ersten Büschel des ekligen braunen Zeugs, hängen sie auch schon wieder am Köder fest. Sibylle hat die Nase voll für heute und will die Angel einholen. Das geht ungewöhnlich schwer, da schleppen wir zwar ein sehr dickes Büschel Gemüse am Köder aber bei nur gut 4 Knoten Fahrt eigentlich kein Problem. Die Schnur läßt sich jedoch kaum einrollen. Da springt plötzlich ein Fisch mit dem Haken aus dem Wasser, blaugelb, ein Mahi Mahi. Die Freude ist groß und wir können ihn problemlos anlanden, denn er misst nur ca. 70 cm. Wir müssen uns allerdings noch schlau machen, ob man ihn trotz Ciguatera hier gefahrlos essen kann.

Das Flaggen kann hier in der Karibik schnell zum Dauersport werden, denn viele der kleinen Inseln sind selbstständige Staaten. Und jedes Mal muss man sich mit dem Schiff bei Zoll und Immigration vorschriftsmäßig abmelden (ausklarieren) und im nächsten Hoheitsgebiet wieder anmelden (einklarieren). Ganz schön aufwändig und auch jedes Mal mit Kosten verbunden, und auch die bunten Wimpel haben ihren Preis. Aber die Menschen in den häufig stickigen Amtsstuben sind durchwegs freundlich und hilfsbereit, wenn es um das Ausfüllen der Papiere geht.

Exkurs: Ciguatera

Ciguatera ist die Bezeichnung für eine Fischvergiftung, die vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vorkommt. Die Vergiftung entsteht durch den Verzehr von an sich ungiftigen Fischen, die mit dem natürlichen Giftstoff „Ciguatoxin“ belastet sind. Dieses Gift stammt von einem Einzeller, der auf Meeresalgen lebt und so in die Nahrungskette gelangt. Als typische Auswirkung des Nervengifts zeigt sich beim Menschen eine Umkehr des Warm-Kalt-Empfindens. Die Ansteckung erfolgt über den Verzehr von Fischen, in deren Körper sich das Ciguatoxin angereichert hat. Das Gift wird nicht durch Erhitzen zerstört und beeinträchtigt weder das Aussehen noch den Geschmack der Fische. Am stärksten belastet sind größere Raubfische wie Barrakuda, Red Snapper, Makrele, Muräne und Zackenbarsch, die in der Nähe eines Korallenriffs leben (Textauszug aus https://tropeninstitut.de/krankheiten-a-z/ciguatera). Um das Risiko zu minimieren, wird u.a.empfohlen, keine Fische über 2,7 kg zu verzehren – na also, in diese Größenordnung passt unser Mahi Mahi gerade noch so rein.

In der Einfahrt der Admirality Bay (Insel Bequia) liegt ein großes TUI-Kreuzfahrtsschiff. Wir sind gespannt. Ein riesiges Bojen- und Ankerfeld tut sich auf, und schon braust Ernie mit seiner `Burning Flame` heran und will uns einen Platz anbieten. Wir möchten aber gern eine Boje von Pat Shack nehmen, so hat man uns geraten. Ok, auch das ist kein Problem. Ernie ist furchtbar nett und hilft beim Anlegen mit dem Standard-Spruch `welcome to paradise`. Wir sind begeistert, hier ist es irgendwie gemütlich und wir fühlen uns sofort wohl – auch wenn die Admirality Bay mal wieder nicht die typisch karibische Postkartenbucht ist.

Das Einklarieren verschieben wir auf den nächsten Tag. Der kleine Ort Port Elizabeth ist bunt und belebt, an der Uferstraße reihen sich Obststände, Bars und Restaurants, und jede Menge fliegende Händler. Es gibt einen Supermarkt und auch eine Cash-Maschine. Wir verweilen ein paar Tage bei dem sympathischen Ort, bevor wir in die 25 Meilen entfernte Salt Whistle Bay (Insel Mayreau) aufbrechen.

Dort haben wir bereits eine Reservierung bei Dorothy (Empfehlung von Katrin und Peter), die uns schon erwartet.

Und wieder heißt es: „welcome to paradise“ – ja hier fühlt man sich dem Paradies schon ein Stückchen näher. Türkisblaues Wasser, weißer Sandstrand, Palmen, bunte Bretterbuden – so wie sich das gehört 😉. Aber ganz schön voll ist die Bucht, mit vielen großen Charterbooten, meist Katamarane.

Das Essen in Dorothy`s blauer Bude ist ausgezeichnet, allerdings auch nicht preiswert, wie überall in den Grenadines. Am dritten Tag verlegen wir uns näher zum Strand hin, denn inzwischen steht ein unangenehmer Schwell in die Bucht.

Die karibischen Postkartenstrände schlechthin finden wir schließlich in den nur gut vier Seemeilen entfernten Tobago Cays. Das Wasser leuchtet in sämtlichen türkis- und Blautönen. Als wir vor Petit Bateau Island den Anker werfen, schwimmt vor uns eine große Schildkröte. Ein netter Mensch weist uns eine Stelle, wo wir den Anker platzieren sollen und begrüßt uns nach erfolgreichem Manöver mit „welcome to ….“ 😊 – ja tatsächlich, hier muss das irgendwo sein und definitiv werden wir einige Tage bleiben.

Aus kleinen bunten Booten werden T-Shirts, Brot, Bananenkuchen und Fisch angeboten. Von Sidney kaufen wir gut gelaunt zwei T-Shirts für Burkhard mit der Aufschrift „Grenadines“ und „Tobago Cays“. Eine nette Erinnerung, hoffentlich halten sie eine Weile. Es ist sehr windig aber unser Anker hält gut, ein kleines Inselchen vor unserem Bug schützt uns ein wenig vor Wind und Welle. Gegen Mittag besucht uns Romeo, auf dem Rückweg von seinem Einkauf in Union Island. Wir bestellen bei ihm zweimal Languste für das abendliche Barbecue am Strand (wieder ein Tipp von Katrin und Peter) und verabreden uns für 17:00 Uhr. Die Languste schmeckt umwerfend gut.

Für das Ankern im Tobago Cays Marine Park sind 10 XCD (3,30 Euro) pro Person und Tag fällig. Bei den Park Rangers, die das Geld entgegennehmen, buchen wir direkt mal für drei Tage. 

Am zweiten Tag machen wir nachmittags das Dinghi klar und fahren um die Ecke zum sogenannten Schildkröten Strand um zu Schnorcheln. Der Wind hat inzwischen noch weiter zugelegt und so sind wir schon völlig durchnässt, als wir nach der Fahrt gegen die Welle am Strand ankommen. Hier vor der Insel Baradal gibt ein weiteres, sehr großes Ankerfeld, und zu unserer großen Freude ist inzwischen am Mittag dort auch unsere Namensschwester, die `andere` ITHAKA eingetroffen.

Jetzt gibt es hoffentlich endlich mal ausreichend Gelegenheit zum Kennenlernen und Austausch, das haben wir seit Las Palmas nämlich bisher nicht vernünftig hingekriegt. Angela und Christoph freuen sich, als wir nach dem Schnorchel Gang bei ihnen vorbeifahren, zusammen mit Heinz, ihrem Urlaubs-Gast, wollten sie sich soeben auf die Suche nach uns machen. An Bord der wunderschönen Contest 50 bekommen wir einen leckeren Weißwein und ein gutes Bier aus Martinique, und wir verabreden uns für den nächsten Abend zum Barbecue. Daraus wird dann nichts, denn der Ankerplatz ist inzwischen sehr unruhig geworden und so folgen wir ihrem Vorschlag, uns gegen Mittag nach Clifton Bay auf Union Island zu verlegen.

Zusammen mit Angela, Christoph und Heinz verbringen wir einen wunderbaren Abend mit leckerem Rum-Punsch im trendigen „Snack Shack“ und anschließendem Abendessen im Restaurant „Barracuda“ – sehr empfehlenswert. Neben der Namensgleichheit unserer Schiffe gibt es auch sonst einige Gemeinsamkeiten und sofort entwickeln sich lebhafte Gespräche. Angela und Christoph pflegen ebenfalls einen sehr schönen Blog, hier ist der Link: https://sy-ithaka.blog/

Auch dieser Liegeplatz ist besonders: vor uns das große Riff, auf dem sich die Kite-Surfer tummeln, direkt neben uns ein Riff und in der Mitte der Bucht ein weiteres Riff. Eine gute Stelle zum Ankern zu finden ist gar nicht so leicht, denn auch hier sind wieder jede Mange Bojen ausgelegt. Am nächsten Morgen verlegen wir uns ein paar Meter weiter weg von den seitlichen Felsen, eine gute Entscheidung, denn kurze Zeit später dreht der Wind auf Süd und weht uns in Richtung der Untiefe.

Clifton Bay ist ein Straßendorf mit einigen, zum Teil sehr karibisch anmutenden 😉 Supermärkten, einem kleinen Obst- und Gemüsemarkt sowie vielen Bars und Restaurants. Auch ein Hotel und ein ATM ist vorhanden. Was will man mehr. Zum DinghiDock fährt man durch einen gemauerten kleinen Durchlass in ein geschütztes Becken. Wir kaufen jede Menge Obst und Gemüse zu astronomischen Preisen. Mittlerweile sind wir überzeugt, dass es an diesen Ständen unterschiedliche Preise gibt für Touristen und Einheimische, die sich sonst vermutlich nicht mal eine Kartoffel leisten könnten.

Wir leiden mit ihnen, als sich am nächsten Tag herausstellt, dass sie aus familiären Gründen relativ kurzfristig für ein paar Wochen nach Deutschland reisen müssen und hoffen wirklich sehr, dass wir die beiden mit ihrer ITHAKA Anfang März in Martinique wiedertreffen werden. Doch uns zieht es zunächst weiter Richtung Süden und so klarieren wir aus Richtung Grenada.