Und wieder Gewitter …

Als wir am Morgen zusammen mit der „Rasant“ aus Polença aufbrechen, wissen wir noch nicht, dass unser Ankerplatz und Tagesziel quasi vor der Haustür liegt, wo alte Duisburger Freunde von Sibylles Eltern seit langen Jahren ein Haus besitzen. Und so verbringen wir nach einem schönen Badenachmittag im türkisblauen Wasser vor dem Port de Costa de los Pinos ganz unverhofft einen wundervollen Abend mit Christel, Dorothee und Christian in einem Restaurant in Son Severo, in das sie uns zum Essen einladen.

Gern wären wir noch länger geblieben, doch auch aus dieser schönen – leider sehr offenen – Bucht vertreiben uns abermals Wolken und die Unwettervorhersagen für die kommenden Tage. Inzwischen liegen wir in Portocolom an einer der Bojen des Club Nautico, die hier fast im gesamten Hafenbereich zum Schutz der Posidonia (Seegras) ausgebracht sind. 

Der Himmel ist schwarz, um uns herum donnert es und zuweilen regnet es dicke Tropfen. Da gibt es endlich Zeit, einige Erlebnisse aufzuarbeiten. Leider ist das Internet mal wieder ziemlich schlecht.

Der mittlerweile tägliche Blick auf die Blitzortung in Echtzeit zeigt, dass es fast im gesamten Mittelmeerraum heute blitzt und donnert. Irgendwie scheint das nicht aufzuhören.

Weiter gen Westen

Es treibt uns weiter Richtung Westen – nicht nur, weil wir so etwas wie Zeitdruck verspüren, um rechtzeitig, das heißt deutlich vor Start der ARC die Kanaren zu erreichen, sondern auch um dem schlechten Wetter zu entgehen, das uns immer wieder einzuholen scheint.

 

Sardinien ist wundervoll in jeder Hinsicht, doch haben wir Bedenken, das Wetterfenster mit mildem Südost-Wind verstreichen zu lassen, mit dem wir komfortabel auf die Balearen übersetzen können. Also brechen wir etwas früher auf als geplant. In Cagliari haben wir einiges erledigt: Zahnärztin, Einkäufe, das Angel-Tackle Paket abgeholt, welches der fürsorgliche Bruder und Schwager zur Sicherstellung unseres nächsten großen Fangs dorthin geschickt hatte. Auch der Autopilot ist inzwischen repariert: die Antriebs-Zahnräder waren durch, die neuen Teile sind jetzt aus Metall und dadurch hoffentlich robuster. Der fähige Mechaniker stellt auch den Winkel neu ein, damit das Ruder nicht bis zum Anschlag dreht und der Motor des Autopiloten weniger belastet wird. Auch ein längst überfälliges Software-Update für unsere Kartenplotter wird noch schnell durchgeführt. Und weil alles ausnahmsweise mal glattläuft, verliert Sibylle ihr Portemonnaie mit sämtlichen Karten und Ausweisen beim Radfahren auf der Straße. Eine furchtbar nette junge Frau namens Roberta stellt die Börse sicher, kontaktiert Sibylle per Email und Facebook und händigt ihr wenig später das gute Stück vollständig wieder aus. Den Bargeldbetrag, der sich im Geldbeutel befand, muss man ihr quasi aufdrängen … Glück im Unglück, ein Wunder, dass es noch solche ehrlichen Menschen gibt – doch Sibylle ist für den Rest des Tages völlig erledigt.

Aus der wunderschönen türkisen Bucht Cala Zafferano werden wir leider am nächsten Morgen vom Militär vertrieben, nachdem sich nach einem regnerischen Vortag endlich die Sonne durchsetzt. In allen Revierinformationen ist zu lesen, dass man im Juli und August hier ankern darf, auch wenn die Bucht eigentlich im militärischen Sperrgebiet liegt. Selbst die vielen italienischen Boote können kaum glauben, was ihnen geschieht, doch gnadenlos fordern die Soldaten jedes einzelne Schiff auf, die Bucht sofort zu verlassen.

 

Wir verlegen uns etwas frustriert nach Porto Pino, von hier wollen wir den Absprung nach Menorca nehmen. Für die Überfahrt haben wir diesmal zwei Tage und zwei Nächte eingeplant, unsere längste zusammenhängende Fahrt bis jetzt. Auch in Porto Pino bleiben wir von Regen und Gewitter nicht verschont – das Wetter ist extrem unbeständig und wenig typisch für die Hochsommermonate in diesen Breiten. In der Hoffnung, dass wir zumindest unterwegs von Unwettern verschont bleiben, machen wir uns am Vormittag des 07. August auf den langen Weg. Nach einigen Stunden unter Motor können wir schließlich wie geplant die Segel setzen und kommen mit raumen Wind bis zum nächsten Vormittag gut voran.

Dann verabschiedet sich der Wind leider gänzlich, dabei haben wir noch mindestens 70 Meilen vor uns – keine schöne Perspektive. Wir nutzen die Fahrt unter Motor, um uns mit dem Thema `Ausbaumen der Genua` auseinanderzusetzen. Als wir schließlich den Baum mit Topnant und Niederholer vorschriftsmäßig angeschlagen haben, lässt uns sehr bald die milde Brise erneut im Stich und bis zum Abend schippern wir die nächsten 20 Meilen unter Motor. Dann holen wir die Segel wieder auf, egal wie, keiner von uns beiden hat die Nerven, die ganze Nacht hindurch das Motorgeräusch zu ertragen. Etwa 3 Stunden später kommt nach einer Halse auch tatsächlich wieder guter Wind auf, der uns bis in die Hafeneinfahrt von Mahon bringt, wo wir am 09. August gegen 10:30 Uhr in einer seitlichen Bucht am Anker festmachen.

 

Viele Boote liegen hier in der Cala Teulera, wo das Ankern maximal für drei Tage geduldet wird, danach muss man sich an einen der teuren Hafenplätze in Mahon verlegen. Heute wollen wir hier einfach nur erstmal ausruhen und dann weitersehen.

Auch Menorca ist zumeist wolkenverhangen, nur gelegentlich kommt an diesem Tag die Sonne durch. In der Nacht gibt es dann ein fürchterliches Unwetter mit Gewitter und Sturmböen bis 51 Knoten, so etwas haben wir bisher am Anker nicht erlebt. Gegen drei Uhr nachts bricht die Hölle los, die Blitze erleuchten die Bucht taghell, dazwischen ist es stockfinster. Der Regen prasselt wie aus Kübeln. In dem starken Wind treiben Segelboote, deren Anker sich gelöst haben, vor uns hängen zeitweilig zwei Boote an der größeren schwedischen Segelyacht Dream Time, die nach einer Drehung nun mit ihrem Heck an unserem Bug festhängt. 

Am Heck der schwedischen Yacht ist das Dinghi mit einer Kette befestigt, die sich wiederum in unserer Ankerkette verhakt und unter unseren Bug gezogen wird, so dass wir zunächst auch selbst keine Kette rauslassen konnten, um weitere Kollisionen zu verhindern. Nur auf nachhaltiges Geschrei von Sibylle reagiert der schwedische Skipper und löst die Dinghi-Kette. Erst als unser Bug wieder frei ist, können wir ein paar Meter Ankerkette rauslassen. Allzu viel können wir jedoch nicht nach hinten ausweichen, da unmittelbar hinter uns ein holländisches Boot mit einem jungen Pärchen liegt. Der Abstand reicht so gerade eben, um einen erneuten Zusammenstoß zu vermeiden. Der Skipper der schwedischen Yacht weigert sich, Kette aufzuholen mit dem Hinweis „I was here first“ – keine angemessene Strategie zur Schadensbegrenzung. Tiefe Kratzer an Steuerbord vorn, vor allem in der blauen Lackierung, sowie Beschädigungen am Bugkorb und am Holz der Süllkante sind das Ergebnis der Nacht. Außerdem hat Burkhard seine Gleitsichtbrille ans Meer verloren.

Der Eigner des schwedischen Schiffes behauptet später, er sei weder abgetrieben noch hätte er aus Sicherheitsgründen nachts Kette rausgegeben. Im Gegenteil, er versteigt sich dazu zu erklären, wir seien auf sein Boot getrieben und nicht umgekehrt, was natürlich angesichts der zur Zeit der Kollision vorherrschenden Windrichtung und der Tatsache, dass er mit seinem Heck an unserem Bug festhing, völlig unsinnig ist.  

Auch am Morgen holt der Schwede keine Kette. Also verlegen wir uns an einen freien Ankerplatz in der Mitte der Bucht und Burkhard kontaktiert Pantenius, um den Versicherungsschaden zu melden. Viele Yachten sind noch in der Nacht abgefahren. Wir passieren im Vorbeifahren die SY Rasant, auch eine Hallberg Rassy. Die Holländer sind besorgt und möchten wissen, wie es uns ergangen ist, am Tag zuvor haben sie uns beim Ankern schon vor einer flachen Stelle in der Bucht gewarnt.

Dann kommen Michael und Linda von der SY B`Sheret (Najad 37), Amerikaner. Sie haben Sibylle in der Nacht schreien hören und auch sie wollen erfahren, was eigentlich passiert ist. Der nette Plausch dauert länger als sie geplant hatten, aber dann müssen nach Mahon zum Einklarieren.

Wir machen das Dinghi und SUP-Board startklar, Sibylle holt den Freediver aus dem Stauraum. Wir wollen Fotos von den Schäden machen und auch nach Burkhards Brille suchen, die er in der Nacht verloren hat. Als Sibylle draußen auf dem Brett steht, kommen Hans und Jos von der „Rasant“ rübergefahren. Sie sind sich sicher, dass die „Dream Time“ nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz liegt. Unserer Einladung aufs Boot zu kommen nehmen sie gern an, wir verbringen ein paar nette Stunden zusammen und tauschen Erlebnisse aus. Anschließend versucht Sibylle die Brille zu finden, leider ohne Erfolg. Michael und Linda helfen mit einem weiteren Bleigurt, aber Sibylle hat beim Tauchen fürchterliche Ohrenschmerzen, besonders auf dem linken Ohr, was schon seit der Überfahrt Probleme macht. Das Wasser ist völlig trüb, man sieht den Grund erst, wenn man kurz davor ist. Am Abend bringen Linda und Michael Ohrentropfen und bleiben auf einen Drink, auch sie haben viel zu berichten, vor allem von ihrer Reise durch den Pazifik.

Am nächsten Vormittag wollen wir nun endlich nach Mahon fahren zum Einkaufen. auch Hans und Jos sind schon unterwegs, als wir gegen 11:30 Uhr endlich lostuckern. Sie haben uns für 17:00 Uhr zu Drinks an Bord der „Rasant“ eingeladen. Der Weg bis zur Stadt ist weit – circa 1,5 Meilen – aber wir genießen die Fahrt durch den zweitgrößten Naturhafen der Welt (nach Pearl Harbour).

Die Stadt wirkt ruhig, aufgeräumt, hell und sauber, sehr schöne alte Häuser säumen die auffallend breiten Straßen. An einem Platz finden wir einen Optiker und fragen wegen Anfertigung einer Gleitsichtbrille für Burkhard. Aufgrund eines Feiertags in der kommenden Woche würde die Bestellung der Brille eine ganze Woche dauern, das ist uns zu lang. So erwirbt Burkhard eine kleine Auswahl an Fertigbrillen, welche die verschiedene Situationen abdecken und vorläufig die Gleitsichtbrille ersetzen werden.

Es ist fast 21:00 Uhr als man uns auf der „Rasant“ mit der Frage nach einem Kaffee hinausschmeißt – wir haben überhaupt nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht. Beim Ablegen mit dem Dinghi nimmt Sibylle unfreiwillig ein Bad, mit den Handys in der Hand, die Gott sei Dank in wasserdichtem Beutel verpackt waren.

 

In den kommenden Tagen segeln wir ein Stück des Wegs gemeinsam. Wir folgen der „Rasant“ in die Cala Son Sauro und nehmen am nächsten Tag ebenfalls Kurs auf Mallorca. Wieder einmal Gewitterwolken bei der Abfahrt von Menorca und heftiges Gewitter neben uns bei der Ansteuerung von Polença. Und wieder gibt es sehr früh am Morgen ein Unwetter, Gott sei Dank ist das Ankerfeld in Polença sehr weitläufig und die Windböen nicht so stark wie Tage zuvor, doch auch hier driftet ein Boot durch die Bucht, zwischen „Rasant“ und „Ithaka“ hindurch – schön, dass es unsere Anker nicht erwischt hat.

Damit es uns denn auch nicht langweilig wird, lässt Burkhard dann vorgestern mal eben unser Steuerrad ins Wasser plumpsen – herrje. Also muss Sibylle mal wieder mit dem Freediver tauchen, dankenswerter Weise ist der Grund nicht tief, wenn auch das Wasser nicht minder trüb und undurchsichtig ist – doch so ein Lenkrad ist dann schon leichter wiederzufinden als eine Brille …. Ab sofort werden wir das Lenkrad immer festbinden, wenn wir es abnehmen!

Inzwischen scheint die Sonne wieder und gemeinsam mit der „Rasant“ machen wir uns auf den Weg zur Costa de los Pinos – diesmal mit schönem Wasser zum Baden!

Ein langer Schlag bis in den Süden von Sardinien

Knapp 27 Stunden unter Segeln, zuzüglich 8 Stunden unter Motor – lange 35 Stunden dauert die Fahrt von Ponza bis in die Cala Pira auf Sardinien, insgesamt legen wir in dieser Zeit 198,3 Seemeilen zurück. Es ist das erste Mal, dass wir in kompletter Dunkelheit an einem unbekannten Ort den Anker werfen – so bleibt es bis zum Schluss spannend.

Der Wind setzt planmäßig gut zwei Stunden nach dem Ablegen ein und bläst die meiste Zeit mit gut 5 Beaufort, bevor er uns am Nachmittag des zweiten Tages leider komplett verlässt. Bis dahin fahren wir einen anstrengenden Am-Wind-Kurs, die Wellenhöhe stimmt leider so gar nicht mit der Vorhersage überein und über die gesamte Strecke begleitet uns eine ansehnliche Welle aus nordwestlicher Richtung, die in Abständen heftig gegen die Bordwand schlägt und uns gut durchrüttelt. In den ersten Stunden kommt die Welle sogar mehrfach über bis ins Cockpit, gleich zu Beginn ist Sibylle einmal komplett durchnässt und muss sich völlig umziehen.

Die Krängung ist beträchtlich, und das Kochen bei der heftigen Welle eine echte Herausforderung, aber mit einigem akrobatischen Geschick und viel Vorsicht, um nicht trotz kardanischer Herdaufhängung eine Ladung kochendes Nudelwasser abzubekommen, schafft es Sibylle schließlich, für jeden eine Schüssel Spaghetti ins Cockpit zu reichen.

Der fast volle Mond leuchtet uns lange durch die Nacht, in der außer uns auf diesem Kurs kein einziges Schiff unterwegs ist.

Die Hydrovane Windsteuerung (siehe rote Windfahne im Video) macht einen super Job und gibt wirklich alles, was geht, wir sind begeistert – nicht auszudenken, wenn einer von uns die ganze Zeit manuell hätte steuern müssen. Und unser angeknackster elektronischer Autopilot hätte bei diesen Verhältnissen ganz sicher endgültig schlapp gemacht.

Zu guter Letzt haut es dann sogar die Windfahne um – die Steuereinheit und das Ruder geben irgendwann dem ständigen Druck nach und drehen sich um circa 45° Grad aus der Achse. Unter kompetenter Anleitung von Tom Logisch per WhatsApp ist es jedoch anderntags überhaupt kein Problem, die Steuerung wieder in ihre ursprüngliche Position zu justieren.

Ansonsten verläuft die Überfahrt ohne Zwischenfälle 😊 – unser Dank geht an Neptun und später in Cagliari an „La Nostra Signora di Bonaria“, Schutzpatronin der Insel und der Seefahrer.  

Die Cala Pira ist auch im Sonnenlicht ein gefälliges Fleckchen, das Wasser türkisblau vor einem langen Sandstrand. Hier tummeln sich jede Menge Urlauber, hauptsächlich vom nahegelegenen Campingplatz, wir haben jedoch ausreichend Abstand zum Strand und empfinden dies kaum als Belästigung. Noch etwas anderes ist hier bemerkenswert: es gibt eine mit Bojen markierte Einfahrt für Motorboote, die zum Strand hin fahren, und (fast) alle sich nähernden Motorboote gehen vom Gas bereits deutlich vor der Einfahrt zur Bucht – sehr überraschend und angenehm.  Wir verlängern unseren Aufenthalt um einen weiteren Tag, bevor wir dann nach Cagliari in die Marina einlaufen. Jens muss tags drauf die Rückreise nach Köln antreten und Burkhard zur Zahnärztin in Cagliari, die uns am Wochenanfang erwartet.

Impressionen aus Kampanien und Latium – Gaeta & Isola di Ponza

Mit dem günstigen Wind für die Überfahrt nach Sardinien wird es so schnell nichts – also entscheiden wir uns, zunächst mal wieder rüber ans Festland zu wechseln, um weiter nördlich einen besseren Ausgangspunkt für die Passage zu bekommen.

Gaeta in Latium besitzt eine hübsche Altstadt, mit Hafen, Festung und Kathedrale. Ein guter Segelwind ab mittags weht uns bis fast in die Marina hinein. In der Base Nautico Flavio Gioa werden wir sehr freundlich empfangen. Man spricht hervorragend englisch und so nehmen wir gern die Gelegenheit wahr, nochmal einen Volvo Penta Spezialisten vor Ort auf den Dieselmotor schauen zu lassen. Denn auch heute hat sich bei etwa 4,5 Stunden Fahrt unter Motor ein halber Liter Öl in der Bilge gesammelt. 

Das sollte nicht sein, und trotz mehrerer Anläufe ist dem Problem in den letzten Jahren niemand beigekommen, das macht uns zunehmend Sorgen.

Für 10:00 Uhr am Folgetag ist der Volvo-Service avisiert, anschließend wollen wir raus zum Ankern in eine der Buchten um die Ecke. Der Termin verstreicht, auf Nachfrage soll es nun um 14:00 Uhr klappen. Gegen 16:00 Uhr endlich erscheint der Mechaniker. Immerhin, zum ersten Mal fühlen wir uns ernstgenommen, der Ölverlust wird nicht als Bagatelle abgetan.

Pünktlich um 14:00 Uhr legen wir wieder am Ponton der Base Nautica an. Schnell das Schiff abspritzen, dann gehen Sibylle und Jens mal wieder zum Einkaufen, vornehmlich Getränke sind angesagt …. Währenddessen kommt der Service-Mann von Volvo. „Leider“ ist diesmal kaum Öl in der Bilge – der klassische Vorführeffekt. Ein bisschen feucht am Turbo und an einer Dichtung. Und wieder einmal bleibt es bei der Empfehlung, erstmal nichts weiter zu unternehmen und Öl nachzufüllen bei Bedarf. So ein Mist. Vermutlich müssen wir den Motor mal rausheben und generell überholen lassen, aber das will gut geplant sein.

Jedoch heißt es jetzt erst einmal, alles gründlich putzen, Motor und Bilge, dann 2-3 Stunden den Motor fordern, damit Menge und vor allem Austrittsort des Öls präziser bestimmt werden können. Wir machen uns zu dritt im Wechsel sofort an die Arbeit, doch erst gegen 18:30 Uhr können wir endlich ablegen und fahren raus in die Baia San Vito. Leider steht Schwell in die Bucht und wir finden nachts wenig Schlaf, aber immerhin müssen wir den vergeudeten Tag in der Marina nicht bezahlen.

Abends folgen wir einer Empfehlung der Marina und besuchen das Seafood-Restaurant „Come il Mare“. Ein ungewöhnliches Konzept, das aber funktioniert. Selbstbedienung ist angesagt, man gibt den Bestellzettel mit einem Namen an der Kasse ab. Getränke bekommt man im Plastikeimer, gut befüllt mit viel Eis sofort am Tresen. Ebenso die rohen Vorspeisen, wie Austern und Thunfischtartar. Man sucht sich einen Platz und wartet, bis man aufgerufen wird. Die warmen Speisen und Beilagen holt man sich dann an der Theke direkt bei der Küche ab. Alles ist frisch und schmeckt vorzüglich. Gegessen wird von Papp- und Plastikgeschirr, mit Einwegbesteck. Nur die Weingläser sind echt. 

Das ist eher cool und tut dem Geschmack keinen Abbruch. Da ist in jedem Fall ein Nachschlag fällig: wir probieren noch den Votapiatto, eine Spezialität aus Gaeta (gemehlte kleine Calamari in Olivenöl ausgebacken) – ebenfalls köstlich, aber leider sehr mächtig, so dass wir die Hälfte kurzerhand einfach einpacken und mitnehmen. Für italienische Verhältnisse sind wir recht früh gestartet, doch das Freiluft-Restaurant füllt sich sehr schnell, auch als wir nach zwei Stunden den Ort verlassen, strömen weiterhin jede Menge Leute herein – Familien, große Freundesrunden, Pärchen – ein echt angesagter Platz.

Nach einer weiteren schaukeligen Nacht – diesmal in der Bucht von Sperlonga – machen wir uns schließlich am übernächsten Tag auf zur Isola di Ponza. Bei frischem Wind aus Südost können wir fast die gesamten 33 Meilen segeln, trotz Reff kommen wir zügig voran mit 6-7 Knoten Fahrt.

Leider dreht der Wind früher als vorhergesagt, so dass wir am Morgen zeitig auf die Ostseite der Insel wechseln, um dem Nordwestwind zu entgehen. Wir finden einen Platz in der Cala del Core, die ebenfalls von bunten Felsen gerahmt ist. Überhaupt ist die Insel wunderschön, nur haben uns heute auch hier die sonntäglichen Freizeitkapitäne wieder eingeholt. 

Die Marina-Gebühren in Ponza sind prohibitiv (13 Euro pro Meter Schiffslänge …), also steuern wir eine Ankerbucht an. Unser Anker fällt auf ca. 9 Meter in der berühmten Cala Chiaia di Luna, mit spektakulärer Aussicht auf die hochaufragenden Felsen aus Tuff und Kaolin. Der Strand und das Ufer sind gesperrt, da sich immer wieder gefährliche Felsbrocken lösen.

Jens gibt sich im Dinghi alle Mühe, den italienischen Vorbildern nachzueifern – doch auch mit unserem neuem Außenborder hat er gegen die hochgerüsteten italienischen Nussschalen wenig Chancen.  Am nächsten Tag haben wir nun endlich den richtigen Wind für den Absprung nach Sardinien ….

Impressionen aus Kampanien und Latium – Capri & Procida

Jens Anreise über Flughafen Neapel und dann mit dem Zug nach Salerno verläuft problemlos – wenn man von der Tatsache absieht, dass er am Bahnhof in Salerno tatsächlich mehr als 40 Minuten auf uns warten muss, weil wir mit dem Mietwagen im Stau gesteckt haben.

Nach einem Ankerstopp in Amalfi geht es dann am übernächsten Tag Richtung Capri. Die Ankerbucht unserer Wahl – Faraglione di Matermania – liegt im Südosten der Insel und hat türkisblaues Wasser vor wunderschöner Felskulisse.

Es ist Wochenende und es wimmelt von Ausflugsbooten, fast im Sekundentakt fahren welche ab oder kommen neu rein. Das Ankermanöver wird so zum Problem, da an unserem gedachten Platz bereits wieder neue Motorboote den Anker geschmissen haben, bevor wir uns am Ankerplatz im Wind eingependelt haben. Anfangs slippt der Anker auf Seegrasflecken, dann gräbt er sich wunderbar im Sand ein, wie Sibylle mit Schnorchel feststellen kann.

Die italienischen Freizeitkapitäne wie auch die Skipper der professionellen Ausflugsboote geben alles, um ihre eigene Crew sowie die der Konkurrenz maximal zu beeindrucken: unter laut heulendem Motor und größtmöglicher Bugwelle braust man in die Bucht hinein und wieder heraus – wehe dem Schwimmer oder Schnorchler, der da im Wege ist. Die Überlebenschance ist eher gering, da natürlich während der rasanten Fahrt gleichzeitig noch mit den hübschen Kundinnen geflirtet oder mit der Freundin am Handy gechattet wird. Die ständigen Bewegungen verursachen konstant richtig heftigen Schwell in der Bucht, so dass wir mächtig in den Wellen tanzen. Dennoch wollen wir bleiben, denn Wasser und Felsen sind grandios.

Erst spät abends, als auch weiter draußen der schier unendliche Zug von Motorbooten langsam abebbt, wird das Wasser ruhiger in unserer Bucht. Noch ein Segler und ein Motorboot bleiben hier außer uns, später kommt noch ein großes Segelschiff, die Blackwood of London.

Wir sind froh, dass wir uns in Kalabrien den italienischen Revierführer `777 Porti e Ancoraggi` für das Tyrrhenische Meer zugelegt haben, der deutlich mehr Ankerplätze ausweist und beschreibt, als das Hafenhandbuch von Rod Heikel, der sich fast ausschließlich auf Häfen und Marinas beschränkt. Sonst hätten wir weder Amalfi oder auch diese Bucht auf Capri vermutlich nicht zur Übernachtung angesteuert – und dabei ist unser Monats-Budget für Liegegebühren inzwischen himmelhoch überschritten. Waren wir bereits entsetzt über die Hafenpreise in Kalabrien, so finden wir in Kampanien und Latium kaum einen Platz unter 100 Euro pro Nacht, meistenteils liegen die Kosten sogar deutlich darüber. Erst bei Liegezeiten ab einer Woche reduzieren sich die Tagespreise zum Teil beträchtlich, doch so lange wollen wir ja selten bleiben.

So beschließen wir zähneknirschend, uns zunächst mal für eine Nacht in der Marina Procida einzubuchen, und uns dort über die weiteren Schritte zu informieren.

An dem ursprünglich geplanten Ankerplatz in Cala Corricella schauen wir kurz vorbei. Hier liegen die Boote dicht an dicht vor der Kulisse der malerisch bunten Stadt. Es sind mehrere hundert Boote, die zum Teil im Päckchen ankern, und der wenige verbleibende Platz ist von Badenden oder Luftmatratzen belegt – unglaublich. Hier hätte man auch mit Genehmigung kaum noch einen Platz gefunden, jedenfalls nicht vor Sonnenuntergang.

Wir fahren ums Eck in die Procida Marina. Auch hier eine ansprechende Kulisse, wenn auch an der Fährhafenseite die Fassaden stärker verblichen und heruntergekommen sind.

Und so suchen wir auch anderntags auf der Nachbarinsel Procida gern wieder einen kostenlosen Ankerplatz. Unterwegs stellen wir jedoch fest, dass die gesamte Insel im Marineschutzgebiet „Regno di Nettuno“ liegt und man zum Ankern eine Genehmigung einholen muss, die in der Hochsaison wiederum fast exklusiv den sogenannten „Residenti“ vorbehalten ist.

Sibylle tätigt verschiedene Anrufe, bei der Behörde in Napoli, die verweist auf die Capitaneria in Procida, der dortige Direktor ist jedoch nicht mehr zuständig und verweist auf die Capitaneria in Ischia. Dort sagt man uns, man müsse für die Erlaubnis persönlich vorstellig werden, aber natürlich hat sonntags die Behörde geschlossen.

 

Nach Konsultation des Marina-Büros entpuppt sich die Geschichte mit dem Marinereservat schnell als üble Geldschneiderei. Sobald man einen Vertrag mit dem nächstgelegenen Hafen hat – sprich hundert Euro und mehr bezahlt – darf man auch in einer Bucht vor Anker gehen – für 1 Nacht bzw. die Dauer des bezahlten Marinaaufenthalts. Na toll. Wie wir genau weitermachen, wissen wir nun nicht. Unsere französischen Nachbarn sind da eher unbedarft, sie haben bisher überall geankert, sind nur wegen des WM-Endspiels in die Marina gekommen. Vive la France. Nach ihrer Meinung benötigt man nur im August eine spezielle Genehmigung. Die offizielle Website der Area Marina Protetta sagt allerdings klar was anderes. Sind wir mal wieder zu Deutsch?!

In jedem Fall haben wir uns natürlich das WM Endspiel angesehen – auf dem Boot im Salon. Die italienische Berichterstattung ist allerdings mehr als gewöhnungsbedürftig – an beiden Endspielgegnern bleibt kaum ein gutes Haar – mit entsprechender musikalischer Untermalung werden einzelne Spielszenen zur Posse degradiert. Wie anders hätte das ausgesehen, wenn Italien im Finale gestanden hätte – aber die heimische Mannschaft hat ja nicht einmal die Qualifikation geschafft. Sehr schade,dass man das offenbar noch immer nicht verarbeitet hat.

Wir machen uns auf den Weg in den sehr belebten Hafen und suchen uns ein kleines einfaches Restaurant mit sehr leckerer Pizza und Pasta. 

Vielleicht gibt es ja in den nächsten 2-3 Tagen guten Wind, um nach Sardinien rüberzufahren – allerdings warten dort die nächsten Marinereservate auf uns ….

Impressionen aus Kampanien und Latium – Paestum

Den Tag der Segelreparatur nutzen wir für einen Besuch in Paestum – wieder einmal Hinterlassenschaften der Magna Graecia, dorische Tempel, UNESCO-Weltkulturerbe.

Mit einem nagelneuen Mietwagen zuckeln wir zunächst die Küstenstraße entlang von Marina d`Arechi Richtung Süden. Die Italiener haben eine ausgeprägte Strandkultur – ein Lido reiht sich hier an den nächsten und die Parkplätze sind voll besetzt. Mehr oder weniger schäbige Restaurants und Imbissbuden sind Teil der Grundausstattung eines jeden Lido, inklusive Parkgebühr und Liegen werden Tagespreise zwischen 10 und 20 Euro ausgelobt. Je weiter wir uns unserem Ziel nähern, desto schicker werden die Facilities. Dann zweigt die Straße ab ins bewirtschaftete Hinterland, erstaunlich grün ist hier alles und die Landschaft gefällig.

Wir erreichen Paestum um die Mittagszeit. Das Museum ist diesmal schwer verdaulich, die Präsentation schlecht strukturiert. So konzentrieren wir uns auf den Star der Ausstellung: La Tomba del Tuffatore – das berühmte Grab des Tauchers. Viel Zeit lassen wir uns im archäologischen Park, wo um diese Zeit wenig andere Touristen verweilen.

Stumm und beeindruckt wandern wir von Ruine zu Ruine. Das Heraion und den sogenannten Poseidon-Tempel darf man sogar betreten und kann die Bauwerke von innen erfassen. Die gigantischen Säulen wirken zugleich beruhigend wie einschüchternd. Ein unvergesslicher Eindruck.

Anschließend besuchen wir das nahegelegene Eboli – größtenteils ausgestorben und dem Verfall preisgegeben, so zeigt sich die Altstadt. Spätfolgen des Erdbebens in der Irpinia im Jahre 1980. 

Trotz der Mittagshitze weht ein laues Lüftchen und unter schattenspendenden Eukalyptusbäumen ist es angenehm. Es herrscht eine erhabene Ruhe an diesem Ort, wo zwischen Gräsern und sparsamen Bewuchs die drei Tempel majestätisch thronen. 

Gern würden wir irgendwo einkehren und ein Getränk nehmen, doch nicht eine Bar ist hier mehr zu finden. Christus kam nur bis Eboli – der Buchtitel von Carlo Levi wird hier lebendig, an einer alten Mauer sieht man ein Porträt des weltberühmten Schriftstellers.

Am Rand der Neustadt gibt es einige größere Supermärkte, die wir für einen ausgiebigen Einkauf nutzen, denn am dem nächsten Tag kommt Burkhards Stiefsohn Jens aus Köln, der uns für gut zwei Wochen begleiten wird.

Als wir am Abend in die Marina zurückkehren, liegt das Segel bereits fertig an Bord. Der Segelmacher hat sehr schnell gearbeitet und auch die besprochene Änderung des Großsegels umgesetzt, zu der wir uns nach all dem Schlamassel entschlossen haben: wir trennen uns von den vertikalen Segel-Latten und fahren ab sofort mit kleinerem Großsegel (negatives Profil) hoffentlich deutlich entspannter. Die Segellatten haben uns in den letzten Jahren immer wieder Ärger bereitet, weil sie sich nicht nur einmal beim Ein- oder Ausrollen im Mast verklemmt haben, das wollen wir uns zukünftig ersparen. Ob das so gekürzte Segel die finale Lösung sein wird, müssen wir ausprobieren. 

Möglicherweise ist die Anschaffung eines neuen Großsegels, welches von Anfang an entsprechend zugeschnitten ist, noch in Erwägung zu ziehen. Angebote haben wir bereits online eingeholt.

Calabria

Wir haben die Stiefelspitze umrundet, sind durch die Straße von Messina gesegelt und inzwischen im Tyrrhenischen Meer Richtung Norden unterwegs. Sizilien und die äolischen Inseln haben wir schweren Herzens links liegen gelassen, um ein bisschen Zeit aufzuholen, die uns wegen bekannter technischer Probleme verloren gegangen ist.

Sizilien, Aetna

Aus seglerischer Sicht ist Kalabrien eher gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen wenig attraktiv. Ankerplätze gibt es kaum, die wenigen ausgewiesenen eignen sich allenfalls für einen kurzen Badestopp. Der Wind ist häufig schwach bis nicht vorhanden, so müssen wir zum Fortkommen öfter den Motor bemühen, als uns lieb ist. Die Häfen und Marinas sind allesamt völlig überteuert für den Service, den sie bieten, beziehungsweise nicht bieten. Unter 60 Euro die Nacht geht fast nichts. Das Wasser in den Häfen ist brackig, in Vibo Marina wimmelt es nur so von riesigen Wurzelmundquallen, auch Blumenkohlqualle genannt.

Unter optischen und atmosphärischen Gesichtspunkten haben die meisten Häfen wenig Reizvolles. Unsere Bewertungsskala reicht von „belanglos“ (Rocella Ionica) über „nicht schön“ (Vibo Marina) bis „einfach nur scheußlich“ (Porto di Cetraro). Rühmliche Ausnahme ist Tropea Marina, von hier hat man wenigstens einen wunderbaren Blick auf die malerische Stadt, die sich über den Felsen erhebt, mit gefühlten hunderten von kleinen Restaurants abends sehr quirlig – allerdings auch sehr touristisch. Bei Ein- und Ausfahrt kann man das türkisblaue Wasser genießen, die Strände sind vollgepackt mit Urlaubern an diesem herrlichen Fleckchen. Dafür muss man allerdings auch schon richtig tief in die Tasche greifen, 94 Euro kostet der Liegeplatz für unsere ITHAKA mit 42 Fuß Länge …

Ungewöhnlich und irgendwie besonders ist auch die Marina di Bolaro, wenige Kilometer unterhalb von Reggio di Calabria. Wir sind das einzige Boot am Steg und fühlen uns sehr wohl in dem winzig kleinen Becken mit glasklarem Wasser. Wir nutzen diesen Stopp, um im dazugehörigen Einkaufszentrum (im Besitz der Marina-Familie 😊) unsere Vorräte aufzubessern, und vor allem um in Reggio die berühmten Bronzen von Riace leibhaftig anzusehen.

Das Museo Nazionale di Magna Graecia ist pädagogisch hervorragend und sehr modern strukturiert: Fotos, Texte und Touchscreens ergänzen die Präsentation der Objekte, die minimalistisch vor reinweißem Hintergrund präsentiert ihre volle Wirkung entfalten können. Restaurierungen sind sparsam aber sehr effektvoll eingesetzt, ohne die Originalstücke zu übertönen. 

Anschließend erwandern wir uns die Stadt, die von Leben und Aktivität nur so brodelt. Am Corso Garibaldi sind zwar heute die meisten Geschäfte geschlossen, dennoch ist die kilometerlange Fußgängerzone, die oberhalb des Lungomare verläuft, recht belebt. Gleiches gilt für die Seepromenade, dort gibt es heute eine große Sportveranstaltung und die Straße ist für die Läufer abgesperrt.

So wird eine Kline aus Bronze mit Einsatz von Plexiglas, an welches die Klinenreste geheftet sind, wieder lebendig. Die Bronzen von Riace sind atemberaubend anzusehen. Zunächst aber muss man einige Minuten in einer Filterkammer verweilen, um den Umweltdreck, den man mitbringt, zu neutralisieren. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt übrigens kostenfrei, das haben wir gut erwischt.

Viele Gebäude und Palazzi aus dem letzten Jahrhundert prägen den Charakter des Zentrums. Mimmo, unser Chauffeur an diesem Abend (ebenfalls ein Mitglied des Marina- Clans 😊) ist der Meinung, man könnte noch viel mehr für die Pflege und Erhaltung tun, aber zumindest ist das meiste in sehr ordentlichem Zustand.

Wir kaufen uns ein Eis in einer total angesagten Eisbude, Sibylle wühlt sich tapfer mit dem Scontrino bis vor an die leckere Auswahl.

Die Leute, denen wir begegnen, sind alle sehr nett und ausgesprochen hilfsbereit, zumindest solange man sie in der Landessprache anspricht. Unsere Padrone in Vibo Marina beschenkt uns sogar mit Thunfischsteaks aus seiner eigenen Tagesausbeute, 

die wir noch fangfrisch marinieren und in der Pfanne ein paar Sekunden anbraten – ein Gedicht. Wir kommen auch bei der Identifizierung von Problemen mit Steuerung und Autopilot ein gutes Stück weiter – wegen der Lenkung werden wir wohl nochmal aus dem Wasser gehen wollen, bevor die Atlantiküberquerung ansteht, auch wenn wir mit unserer Hydrovane (Windfahnen-Steuerung) natürlich im Notfall ein vollwertiges Ersatzruder zur Verfügung haben. Beim Autopiloten ist es wohl die Motorlagerung, die sich langsam aber sicher verabschiedet, da müssen wir mal Ersatzteile bestellen, wenn es zeitlich passt. Unseren Aufenthalt in Vibo Marina deswegen um fünf Tage zu verlängern – danach stand uns überhaupt nicht der Sinn

Mit unserem wundervollen Ankerstopp am Capo Palinuro haben wir Kalabrien bereits verlassen und segeln weiter die Küste Kampaniens hinauf.

Das heißt, im Moment ist das Segeln ziemlich eingeschränkt – denn auf dem Weg nach Acciaroli ist quasi kurz vor dem Einholen ein Stück Großsegel gerissen. Eine horizontale Naht hat sich aufgelöst vom Achterliek ausgehend, circa 2 Meter bis zur ersten vertikalen Segel-Latte.

Der Segelmacher in Salerno ist bereits beauftragt. Allerdings hat sich eine der Segellatten im Mast verklemmt, so dass das Segel sich nicht mehr ausrollen und abnehmen läßt. Zwei Experten und der Skipper arbeiten seit Stunden hart daran, das Problem zu lösen.

Wir sind zuversichtlich aber manchmal möchte man echt Verzweifeln ☹.  

Im Golfo di Policastro – ein Fisch, ein Fisch!

Heute endlich ist uns das Anglerglück hold. Wir sind auf dem Weg nach Capo Palinuro, leider fehlt mal wieder der vorhergesagte Wind, und eine eklige rollende Welle läßt unter Deck Übelkeit aufkommen. Also schauen wir brav auf den Horizont, wo sich im Dunst allmählich das Kap abzuzeichnen scheint. Auf einmal gibt es einen Anschlag an beiden Angeln, an der Rute wird in Sekundenschnelle die Schnur auf der Rolle immer weniger, am Expander hat die Dose laut gescheppert und das Gummi ist ausgezogen. Hinter uns sehen wir einen großen silbrigen Fisch aus dem Wasser springen, wohl der Befreiungsschlag, denn anschließend ist an der Expander-Angel kein Fisch mehr dran. Sibylle kämpft mit dem Tier an der Schlepprute, während Burkhard Gaff, Handschuhe, Wodka und Messer bereitlegt. Da kracht die Halterung von der Schlepprute, Gott sei Dank hatten wir das Ding mehrfach an der Reling mit Bändseln gesichert. Ab nun ist das Kurbeln richtig unangenehm, Sibylle hat bald keine Kraft mehr und Burkhard übernimmt zeitweise die Ablösung.

Die alte Rute von Sibylles Papi hat auch schon bessere Tage gesehen – abgesehen von geringer Biegsamkeit, schieben sich auch die Segmente ständig zusammen – das erleichtert das Drillen nicht unbedingt …

Nach gut 20 Minuten harten Kampfes ist es geschafft. Mit Hilfe des Gaffs können wir den Fisch anlanden, der sich zum Schluss noch mitsamt Köder und Vorfach um das Ruder unser Windsteueranlage wickelt. Ein prachtvoller Fang: eine Goldmakrele, auch Mahi-Mahi genannt, gute 8 Kilo bringt der Fisch auf die Waage, da haben wir nun mehr als eine Woche Fisch satt :-).

Und weil heute unser Glückstag ist, können wir auch endlich mal wieder – das erste Mal seit unserer Abfahrt aus Griechenland – am eigenen Anker schwojen und vom Boot aus ins Wasser springen, herrlich. Die Bucht am Capo Palinuro ist wunderschön, es steht ein bisschen Schwell herein, aber das stört uns heute überhaupt nicht.

Nur nicht schon wieder in eine häßliche und völlig überteuerte Marina einkehren müssen, davon hatten wir die letzten Wochen mehr als genug – wir werden noch darüber berichten.

Mit einer großen Portion Tartar von der Goldmakrele, nur mit Zitrone, bestem Olivenöl, Salz und Pfeffer angerichtet, beschließen wir diesen aufregenden Tag. Paolo Conte summt im Hintergrund, die Welle schaukelt uns in den Schlaf.

Crotone

Es regnet in Strömen, zum Teil gewittrig, der Wind heult und drückt uns seitwärts. Der Schwimmsteg schaukelt mächtig, und wir schaukeln mit.

Seit nunmehr einer Woche liegen wir hier am Ponton der Lega Navale im Porto Vecchio von Crotone. Bis gestern war der Steg immer gut gefüllt, doch heute sind wir bis auf einen Dauerlieger das einzige Boot – alle anderen Gastlieger haben sich gegenüber in den Schutz der hohen Kaimauer im neuen Hafen verholt.

Diese Freiheit haben wir leider nicht, denn mangels Motorunterstützung können wir uns derzeit nicht vom Fleck bewegen. So hoffen wir, dass die Mooringleinen halten, drei Stück hat man uns gegeben, der Nordwind trifft uns genau von der Seite, Böen bis 39 kn sind für heute und morgen vorhergesagt, wie immer unterscheiden sich die Vorhersagen leider recht erheblich.

Die Überfahrt ….

Die Überfahrt von Griechenland hat unsere Nerven auf eine harte Probe gestellt. Vielleicht sind wir ein bisschen früh dran, als wir gegen 07:30 Uhr in Erikoussa den Anker aufholen und uns auf den Weg gen Italien machen. Ziel: Le Castella in Calabria. In jedem Fall war auch die Vorhersage hier nicht ganz korrekt und der erwartete Wind setzt erst deutlich später ein. So läuft der Motor viel auf der ersten Hälfte der Strecke. 

Bei wenig Wind setzen wir schließlich die Segel. Mit 3,5-5 Knoten Fahrt kommen wir zunächst ganz gut voran, dann lässt der Wind wieder ziemlich nach. Wir holen das Vorsegel ein und fahren erneut unter Maschine weiter.

Gut 50 Meilen nach unserem Aufbruch fängt am Nachmittag der Motor an zu röhren und aus dem Auspuff kommt kein Wasser mehr. Wir stoppen die Maschine sofort. Bei sehr wenig Wind aktivieren wir die Segel und warten, bis sich der Motorraum ein wenig abgekühlt hat. Dann checkt Burkhard als erstes den Seewasserfilter, der ist trocken (Alarm!), saugt aber keine Luft an, so wie im vergangenen Jahr. Als nächstes wollen wir den Impeller überprüfen.

Inzwischen haben wir im Hafenhandbuch nochmals verifiziert: für eine mögliche Reparatur ist Crotone das bessere Ziel als Le Castella. Also ändern wir den Kurs, aber auch für das neue Ziel müssten wir weiter abfallen, was bei der Windsituation derzeit nicht möglich ist. Der Wind kommt ziemlich von achtern, wir haben das Großsegel in den Bullenstander gebunden, damit es nicht umschlägt. Stundenlang dümpeln wir bei 1,5–2 Knoten Fahrt, während Burkhard im Motorraum versucht, das Impellergehäuse zu öffnen. Nach einer Halse können wir endlich direkten Kurs auf Crotone nehmen. Erfreulicherweise hat der Wind ein wenig aufgefrischt, so dass wir nun Hoffnung hegen können, auch ohne Motor bis herüber an die andere Küste zu kommen.

Die Öffnung des Impellergehäuses wird zum Problem, da eine Schraube sich nicht herausdrehen lässt und mittlerweile auch ziemlich kaputt ist. Mit dem Dremel schließlich hofft Sibylle die Kerbung der Schraube wiederherstellen zu können, auch das vergeblich.

Die Stunden vergehen und inzwischen ist es dunkel. Den schönen Sonnenuntergang haben wir nur mit Magengrummeln zur Kenntnis genommen. Irgendwann beschließen wir, die Arbeiten zunächst mal einzustellen und etwas Warmes in den Magen zu füllen, ein paar Kohlehydrate werden uns guttun, den ganzen Tag über haben wir nichts gegessen. Gegen 23:00 Uhr endlich mümmeln wir schweigend einen Teller Spaghetti al Sugo di Tonno.

Burkhard ist anschließend völlig kaputt und „schläft“ für ein paar Stunden im Cockpit, während Sibylle Radarbild, AIS- Daten und den Kurs beobachtet, alle 10-15 Minuten ein Rundumblick. Nicht leicht, in dieser Nacht etwas zu sehen, der halbe Mond kommt erst sehr spät durch die Wolken und ist dann auch bald schon wieder im Meer versunken.

Was wirklich sehr gut funktioniert, ist unsere Windfahnensteuerung, zumindest sobald wir ausreichend in Fahrt sind, hält sie vorbildlich den Kurs zum Wind und schont somit den elektronischen Autopiloten und unsere Energiereserven beträchtlich.

Sibylle wird langsam müde und Burkhard wieder wach. Dummerweise brist der Wind nun sehr auf, schließlich reffen wir nach einiger Zeit zunächst mal das Vorsegel, dann später im Morgengrauen auch das Groß, indem wir so hart wie möglich an den Wind fahren.

Am 20.06. um 07:30 Uhr verzeichnen wir ein Etmal von 114,8 nm.

Wir haben einen Plan für die kaputte Schraube: Sibylle wird mit dem Dremel den Schraubenkopf vorsichtig abfräsen. Das funktioniert, und nach einigen Versuchen ist der Impeller draußen. Leider sieht das Ding einwandfrei aus, das kann nach unserer Meinung nicht die Ursache gewesen sein. Dennoch bemühen wir uns, einen neuen Impeller einzusetzen, bis wir feststellen, dass uns die Zeit davonläuft. Der Wind weht uns nun kräftig von Nordwest auf die Küste zu, und wir haben noch keinen Plan, wie wir ohne Motor in den Hafen von Crotone kommen sollen.

Wir wälzen die Bücher zu den Abschleppregeln und Tipps. Die Aktivierung der Küstenwache könnte mehrere tausend Euro kosten, darauf haben wir wenig Lust. Ein Anruf bei Transocean schließlich bringt uns weiter. Luigi vom nächstgelegen Transocean-Stützpunkt in Süditalien stellt für uns einen Kontakt zu Maurizio von der Lega Navale in Crotone her. Sibylle ruft an und in gebrochenem Italienisch (Sibylle) und gebrochenem Englisch (Maurizio) wird vereinbart, dass wir uns wieder melden sollen, wenn wir die Gasplattformen, die vor der Küste von Crotone liegen, passiert haben. Man will uns dann von der Einfahrt zum Hafen mit dem Schlauchboot zum Liegeplatz bringen.

 

 

Wir wissen zwar nicht genau, wie das gehen soll, aber immerhin ein Hoffnungsschimmer. Der Wind bläst nach wie vor ordentlich mit mehr als 20 Knoten, aber die Richtung ist günstig für uns, auch um einen Aufschießer unter Vorsegel ins Hafenbecken zu wagen. Wir nähern uns mit 4-4,5 Knoten und machen uns bereit mit Leinen und Fendern. Als wir näherkommen, sehen wir schließlich das blaue Schlauchboot vor der Einfahrt, allerdings umringt von einer Optimisten-Segelschule, na prima. Die Optis werden jedoch offensichtlich zurückgepfiffen, als wir uns weiter nähern und der Aufschiesser ins Hafenbecken gegen den Wind gelingt prima. Burkhard holt schnell den Rest des gerefften Vorsegels ein und das Schlauchboot macht am Bug fest. Geschickt und vorsichtig zieht uns der Marinero zum Steg der Lega Navale.

Leider endet das Anlegemanöver nun ziemlich im Chaos, offensichtlich stimmt die Kommunikation nicht ganz mit den Helfern am Steg, und mit uns hat leider auch niemand gesprochen, damit wir verstehen könnten, was der Plan eigentlich ist. Wir werden von dem starken Wind längsseits an den Steg gedrückt und verfangen uns mit dem Kiel in der bereitgehaltenen Mooringleine.

Eine dicke Schramme an Backbord bei uns und eine durchgetrennte Mooringleine der Lega Navale später, liegen wir schließlich fest am Steg im Porto Vecchio von Crotone. Wir können es kaum glauben, nach dieser angespannten Fahrt mit Ungewissheit, Sorgen und auch Zweifeln an der Sinnhaftigkeit unserer Unternehmung, sind wir nun 28 Stunden später erst einmal sicher im Hafen. Haben wir die Müdigkeit bis hierhin nicht gespürt, so überfällt sie uns nun schlagartig. Doch zunächst bestellt Maurizio für uns den Mechaniker, der gegen 15:00 Uhr kommen will. Dann melden wir uns an im Büro der Lega Navale, die in einem monströsen weißen Gebäude direkt am Hafen residiert. Alles ist hier anders als in Griechenland, das spürt man sofort, angefangen damit, dass kaum einer der Italiener vernünftig englisch spricht. Nun denn, Sibylle muss halt ihr italienisch wieder rauskramen …

 

Nach dem verdienten Anlegerbier nicken wir sofort im Cockpit ein, ohne Wecker hätten wir den Mechaniker kaum kommen hören. Salvatore ist freundlich und macht einen kompetenten Eindruck. Schnell stellt er fest, dass offenbar die Antriebswelle der Seewasserpumpe nicht mehr greift, sich der Impeller also nicht mehr dreht und somit auch kein Wasser transportieren kann.

Energisch fordert Salvatore Burkhard zum Mitkommen auf und schleppt ihn in seine nahegelegene, sehr geordnete Werkstatt. Mit Hilfe einer Abstandshalterscheibe, soll der Pumpenantrieb wieder funktionieren. Über eine Stunde wird geklopft, gehämmert, probiert, bis schließlich alles passt. Tatsächlich gelingt es, die Seewasserkühlung für den Motor so wieder ans Laufen zu bringen, Salvatore empfiehlt jedoch, beim nächsten Motorservice die Teile auszutauschen. Wir würden das hier gern direkt vor Ort von ihm erledigen lassen, doch die lange Lieferzeit für die Ersatzteile schreckt uns zunächst ein wenig ab, schließlich sind wir ohnehin schon weit hinter unserer ursprünglichen Routenplanung zurück.

Dennoch entscheiden wir uns anderntags, die notwendigen Teile zu bestellen, Lieferung und Einbau hoffentlich heute, Dienstag, 26. Juni.

Der lange Aufenthalt in Crotone ist somit eher unfreiwillig, auch wenn es uns hier irgendwie ganz gut gefällt. Eine Kleinstadt mit krassen Gegensätzen. Da ist der „Lungomare“, Flaniermeile am Abend, die irgendwo in den 60ger Jahren verhaftet geblieben zu sein scheint. Mit heruntergekommenen Casinobauten und Umkleidehäuschen, Sonnenschirmen und Liegen dicht an dicht und jede Menge Imbissbuden vermittelt die Seafront eher ein Gefühl von – Verzeihung!!! – „Urlaub für Arme“. Doch Bucht und Strand sind wunderschön, glasklares Wasser, bis weit hinaus zu den Bojen, die den Badestrand begrenzen kann man aufrecht stehen. Und so waten hier die Italiener, Einheimische wie Urlaubsgäste, unermüdlich auf und ab und halten Konversation, solange die Sonne am Vormittag noch nicht so hochsteht, typischerweise füllt sich der Strand dann erst wieder am späten Nachmittag.

Crotone – als antike griechische Gründung und florierende Polis ein Teil der Magna Graecia im Altertum –  hat etliche siegreiche Athleten bei den antiken Wettspielen hervorgebracht. Darauf ist man stolz und pflegt die Tradition: Segeln, Kanufahren, Windsurfen, Schwimmen, Laufen und vieles mehr ist im Angebot – insbesondere für Kinder wird hier viel getan, nirgendwo sonst haben wir bisher so viele „Optimisten“ täglich mit dem Segel trainieren sehen.

 

Crotone: Große Schautafeln neben dem Hafeneingang zeigen den Erfolg der Athleten aus Kroton bei den panhellenischen Spielen.

Oben in der Altstadt und dem eigentlichen Stadtzentrum von Crotone bietet sich ein komplett anderes Bild: die imposante Festung aus dem 16. Jahrhundert, alte Häuser, enge Gassen, il Duomo und der obligatorische Corso, Flaniermeile und Geschäftsstraße, vermitteln italienisches Flair und Charme.

Auch Leben lässt es sich hier sehr gut. Wir genießen die italienische Küche und das typische Lebensmittelangebot mit köstlichem Prosciutto, Salami, Mozzarella di Bufala …. Um den neuen Hafen gibt es jede Menge Fischgeschäfte mit reichhaltigem Angebot – insbesondere die Miesmuscheln entpuppen sich als Weltklasse. Dennoch hoffen wir sehr, dass wir am Donnerstag unsere Reise fortsetzen können, dann sollte auch der Wind wieder passen. Bis zum Redaktionsschluss dieses Beitrags gibt es von unseren Ersatzteilen allerdings noch keine Spur …. forze dopopranzo …

Wieder auf Sendung!

Für alle, die uns „stalken“ wollen – hier die gute Nachricht: wir sind wieder auf Sendung! Auf der Website vom Marine Traffic kann man ab jetzt wieder (fast) jederzeit unsere Position und Route verfolgen, sofern wir uns nicht absichtlich „unsichtbar“ machen. Hier klicken für den Link zu MarineTraffic

Unser marodes Kabel und die Steckerverbindung, sowie die UKW-Antenne sind ausgetauscht, Auf unserem Plotter empfangen wir nun die AIS Signale von Schiffen, die 30 Meilen und mehr entfernt sind – hervorragend! Kaum zu begreifen, warum da vorher niemand auf die Idee gekommen ist, mal den UKW Empfang zu überprüfen. Na ja.

Die Marina in Gouvia ist nicht preiswert, dafür bietet sie eine sehr gute Infrastruktur und vor allem hervorragenden technischen Support. Mit Unterstützung von Pavlo, dem Leiter der Technikabteilung, haben wir binnen weniger Minuten sämtliche Handwerker an der Hand, die wir benötigen. Ein Termin für den Antennentausch wird vereinbart, das Vorsegel abgeholt und ausgebessert, êin Tankbauer begutachtet unseren Tank. 

Tatsächlich scheint die Wölbung des Tanks werksseitig so gewollt, wie auch die völlig intakten und aufrecht stehenden Schwallbleche belegen, die wir bei Öffnung des Tanks deutlich erkennen können. So rät man uns allerseits, den Tank seitlich mit Bauschaum festzusetzen, um die Bewegung in der Welle zu vermeiden.

Da wir noch Holzarbeiten in Gouvia in Auftrag gegeben haben, bleiben wir die nächsten Tage in Agios Stefanos. Die Bucht ist klein und ganz gemütlich, auch wenn das Wasser nicht besonders einladend ist, besonders bei auflandigem Wind wird viel Seegrass aber auch Plastikmüll hineingeschwemmt.  Gegenüber liegt die Küste von Albanien.

Mehrere Motorbootverleihstationen sind hier angesiedelt, die vielen Motorboote mit ihren Tageskapitänen, die unentwegt an uns vorbeibrausen, sind zum Teil recht nervig, außerdem sieht man das Ufer kaum, die Terrassen der Tavernen sind von dutzenden von Booten verdeckt. 

Dafür gibt es am Samstag abend ein wunderbares Feuerwerk ganz umsonst. Vermutlich eine Hochzeitsfeier in einer der Tavernen am Ufer.

Die Gewitterlage der vergangenen Tage hält nach wie vor an. Dennoch sind wir heute früh von der kleinen Insel Erikoussa im Norden von Korfu mal wieder Richtung Italien gestartet.

Gern wären wir in Erikoussa noch länger geblieben: eine ruhige, große Bucht mit kristallklarem Wasser. Aber wenn wir auf der Überfahrt nach Itailen nicht nur den Motor bewegen wollen, dann müssen wir heute los, so liest sich zumindest die Windvorhersage für die nächsten Tage.