Symi

Es erreichen uns die ersten ernsthaften Beschwerden, dass wir seit Ende März nichts mehr veröffentlicht haben. Auch wenn es dem ein oder anderen schwer fällt zu glauben – wir hatten Stress, und zwar richtig. Und in der ganzen Aufregung gab es bislang wenig Muße für ein Update der Website. 

Der Ostertörn mit Sibylles Schwester Juliane und Nichte Emily endet ungeplant im Stadthafen von Symi, als nach dem Anker aufholen das Boot trotz Vollgas kaum mehr Vortrieb hat. Steuern ist fast nicht möglich, außerdem scheint es, als würden wir im Rückwärtsgang vorwärtsfahren. Es gelingt uns schließlich mit Hilfe der Marineros, längsseits an der östlichen Seite des Hafenbeckens wieder festzumachen.

Sibylle taucht im Hafenbecken, aber an der Schraube scheint alles ok, die Drehflügel lassen sich normal bewegen. Der Marinero tippt auf defekten Schaltzug, wir bestellen den Mechaniker. Als dieser nach zwei Stunden endlich kommt, ist schnell klar, dass es am Bauden Zug nicht gelegen hat, allerdings, wie sich später herausstellt, war tatsächlich vorwärts und rückwärts vertauscht. Der Mechaniker arbeitet sich den ganzen Nachmittag bis in den Abend durch sämtliche möglichen Fehlerquellen durch, teils mit Hilfe seiner zwei Brüder – ohne Erfolg. Der Dieseltank ist ok, die Dieselzufuhr auch. Seltsamerweise dreht der Motor ohne Kupplung ganz normal hoch bis 2500 Umdrehungen und weiter, jedoch im eingekuppelten Zustand geht die RPM nicht über 1100 Umdrehungen hinaus. Wir telefonieren mit Dieter, der sofort eine umfangreiche Recherche startet.

 

An Bord herrscht das Chaos ….

 

….. doch die gute Laune bleibt!

Am nächsten Tag scheint alles auf ein defektes Getriebe hinzudeuten. Juliane nimmt sich mit Emily einen Mietwagen und fährt nach Panormitis. Wir machen auf Dieters Geheiß Video- und Tonaufnahmen vom Motor, den Instrumenten und den Abgasen. Aber das Getriebeöl riecht nicht verbrannt, auch wird das Getriebe nicht heiß. Unser Mechaniker tippt nun auf einen Defekt an der Schraube und empfiehlt einen Taucher, der noch am Nachmittag runtergeht. Dieser erklärt, der Propeller scheint normal, aber ein Rope Cutter sei aus der Position. Nach Telefonat mit der Hallberg Rassy Vertretung in Deutschland kann dies nicht die Ursache des Problems sein, vielmehr wäre möglicherweise der Anstellwinkel des Propellers verstellt. Inzwischen beteiligen sich auch unsere Seglerfreunde Horst auf Kasos und Thomas in Deutschland an der fieberhaften Ursachenforschung. Der Taucher empfiehlt inzwischen noch einen anderen Taucher, der mehr Erfahrung hat. Wir vereinbaren einen Termin für den nächsten Vormittag.

Am vierten Tag des unfreiwilligen Aufenthalts in Symi, nehmen Juli und Emily die Blue Star Fähre früh um 07:00 Uhr, um noch einen netten letzten Tag in Rhodos Stadt zu verbringen. Roger trifft mit dem Dodekanes Express um 09:20 Uhr ein. Gegen 11:00 Uhr wagen wir den Ableger zu dritt. Gott sei Dank kommt der Anker ohne Probleme frei. Als wir hinausfahren, nimmt die Maschine beständig Fahrt auf und unser Boot macht nach einer Weile fast 6 Knoten bei 1100 Umdrehungen – das kann normalerweise gar nicht sein. Wir ziehen die Genua hoch und segeln mit einem frischen Wind im Schnitt gut 4,5 Knoten Richtung Rhodos. Wir fahren in die Marina unter Maschine und legen zunächst an der langen Mauer an mit Hilfe der Marineros. Nach Begutachtung der Windsituation und angesichts der Vorhersage für den nächsten Tag, entschließt sich Burkhard, doch in die Box zu fahren, was ihm super gelingt. Μπραβο!

Der zweite Taucher bestätigt, dass die Schraube ganz normal dreht und auch die Flügel sich gemäß Vorwärts-/Rückwärtsfahrt entsprechend auffalten. Wir sind ratlos. Das Wetter verschlechtert sich, es steht uns starker Wind mit Schwell bevor, man rät uns mit Hilfe eines Fischerbootes auf die andere Hafenseite zu gehen und zu ankern. Mitten im Manöver eine Planänderung, der Anker wird an Backbord ausgebracht, um uns so vom Ufer weg zu halten. Mit mäßigem Erfolg, bereits am Mittag ist der Anker wieder draußen und das Manöver startet erneut.  Der Wind wird immer stärker und wir kaufen einen zweiten Kugelfender, um uns von der Mole abzuhalten. 

 Burkhard involviert Roger von der ‚Burnout‘ in Rhodos, um Möglichkeiten für die Rückführung zu checken. Wenn wir mit dem Boot aus dem Wasser müssen (Getriebe oder Schraube) kann das nur auf Rhodos geschehen, Symi hat hierfür keine Facilities. Außerdem müssen Juli und Emily am Samstag abreisen und montags fliegt Tom Logisch ein für die Installation von Windsteuerung und Wassermacher … es ist zum Verzweifeln. Wir checken Fährverbindungen. Das Abschleppen nach Rhodos ist möglich, soll aber 2.000 Euro kosten. Das ist uns zu viel. So nehmen wir das Angebot von Roger an, uns auf dem Rückweg nach Rhodos unter Segel zu unterstützen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.