Eine andere Perspektive

Nach drei angenehmen Tagen mit Tom Logisch, der nicht nur unsere neue Hydrovane Windsteueranlage und den Schenker Wassermacher kompetent installiert, sondern auch jede Menge weiterer Tipps und Anregungen für uns hat, müssen wir uns wohl oder übel wieder unserem Problem widmen.

Eine erneute Tauchaktion in der Marina mit Videoaufnahmen vom Propeller und ein ausführliches Studium des Handbuchs scheint endgültig zu bestätigen, dass die Ursache für die „Antriebslosigkeit“ unseres Bootes beim Propeller liegt. Irgendetwas muss sich verstellt haben. Für die Reparatur müssen wir an Land.

Am 03. Mai gehen wir früh als erstes zur Nereus Werft, um den Krantermin zu besprechen. Plötzlich geht alles ganz schnell. Innerhalb von zwei Stunden sollen wir vor der Einfahrt zum Kranen sein. Wieder begleitet uns Roger von der ‚Burnout‘ bei Ablegen und kurzer Überfahrt.

Als wir im Fährhafen warten, kommt wie vereinbart ein kleines Fischerboot, das uns bei der Einfahrt in den Kran-Kanal helfen soll. Wir verbinden uns mit einem Seil und warten. Endlich sind wir an der Reihe. Wir müssen rückwärts in den Kanal einfahren. 

Mit weitem Anlauf scheint der erste Versuch fast zu gelingen, doch langsame Fahrt nach hinten ist nicht möglich und der Wind treibt uns ab. Gott sei Dank zieht uns das kleine Boot vom Ufer weg. Weitere Versuche scheitern. Das Hilfsboot lässt uns schließlich im Wind hängen und wir treiben langsam auf die Einfahrt zu. Endlich können wir die Heckleinen schmeißen und das Kran Team zieht uns vorsichtig in den Kanal.

Als wir von Bord gehen, haben wir weiche Knie, ohne die Unterstützung durch das kleine Boot hätten wir es nicht geschafft. In der nahen Taverna Mouragio beruhigen wir uns mit jede Menge Ouzo und Retsina. Ab jetzt sind wir an Land.

Der nächste Tag bringt uns neue Perspektiven. Wir blicken aus luftigen 4 Metern Höhe auf Rhodos Altstadt, den Fährhafen und die Kreuzfahrtschiffe.

Nach Säuberung des ziemlich bewachsenen Propellers bestätigt sich der Verdacht: der Anstellwinkel ist komplett verstellt, vermutlich verursacht durch einen Tampen oder Drahtseil, das beim Ablegen in Symi in die Schraube geraten sein muss. Der Sicherungsring, der ein solches Verstellen des Propellers verhindern soll, war nicht eingebaut …. Den Propeller bekommen wir mit telefonischer Hilfe vom Fachmann in Köln hoffentlich bald wieder in den Griff. 

Aber da man an Bord eines Schiffes nur selten mit einer Herausforderung allein zu kämpfen hat, tut sich nun am Unterwasserschiff gleich die nächste Baustelle auf. Die letzte Antifouling Schicht ist zwar noch in Ordnung, aber in der Türkei hat man in unserer Abwesenheit das neue Antifouling wohl jedes Jahr einfach nur darüber gestrichen, ohne vorherige, inzwischen abgestorbene Schichten mal abzuschleifen. Also muss der ganze Dreck jetzt runter, das dauert mit neuem Anstrich mindestens zwei Wochen …. Wir werden wohl oder übel in der Nereus-Werft noch eine Weile ausharren müssen und unsere Reisepläne entsprechend anpassen.

Immerhin können wir in diesen Tagen unsere erste an Bord selbstgezogene Gurke ernten – ein echtes Highlight!

Unterwasserschiff - erste Fortschritte

One thought on “Eine andere Perspektive

  1. Thomas Galys

    Hallo Ihr Beiden,

    Finde Eure Erlebnisse immer sehr spannend und warte immer auf Euren nächsten Blog.

    Thomas

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.