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Fünf Jahre unterwegs

Endlich melden wir uns zurück in unserem Blog, hurra!, denn es gibt einen festlichen Anlass: Heute feiern wir unser fünfjähriges Jubiläum. Am 18.12.2016 bringen uns Burkhards Bruder Harald und seine Frau Sabine zum Flughafen Düsseldorf und verabschieden uns nach Rhodos in eine ungewisse Zukunft. Zuvor noch schnell die Winterjacken ins vollgestopfte Lager bringen – so viele Dinge, von denen wir uns damals wie heute nicht endgültig trennen können – aber eine richtige Wohnung haben wir ja ab jetzt nicht mehr.

Nun ist unser Segelboot unser zu Hause, Heimat ist dort, wo wir gerade festmachen oder der Anker fällt. Auch unser Schiff ist vollbeladen bis obenhin – in der Einladung zu unserer Abschiedsparty in Köln hieß es damals, wir reisten mit leichtem Gepäck – das war glatt gelogen.

Hundert Kilo Gepäck schleppen wir in unseren prall gefüllten Reisetaschen, weitere Hundert Kilo Ballast sind unterwegs in zwei Kisten. Als diese in der Nea Marina in Rhodos eintreffen, wissen wir kaum noch wohin mit dem ganzen Zeugs.

Auch ist nicht alles unversehrt – eine große Dose Kräuter der Provence und eine Packung Buchweizenmehl haben sich geöffnet und innig mit dem restlichen Inhalt der einen Kiste verbunden. Der kleine Teddy – ein Glücksbringer geschenkt von Sibylles Papi zum 50zigsten, das hölzerne Segelboot mit Segeln aus Geldscheinen, ein Abschiedsgeschenk der Arbeitskollegen – all das und viel mehr muss mit und begleitet uns seitdem.

Und so sinkt der Wasserpass unserer ITHAKA immer tiefer, auch infolge der zusätzlichen Blauwasserausrüstung, die wir sukzessive an- und einbauen (lassen). Schade um unseren schönen HallbergRassy-blauen Streifen oberhalb der Wasserlinie, den haben wir nach der Übernahme des Schiffes in 2013 neu lackieren lassen – inzwischen ist der Lack vom Salzwasser leider ziemlich angefressen. Beachtliche 18 Tonnen bringt unsere stolze Lady nach der Atlantiküberquerung auf die Waage.

Ein bisschen Wehmut kommt tatsächlich heute auf beim Sichten der Fotos aus 2016: Schnappschüsse aus unserer letzten Wohnung, in der wir uns so wohl gefühlt haben und die sich zusehends leert, während sich gleichzeitig der angemietete Lagerraum entsprechend füllt. Aufnahmen von unserer geliebten Terrasse.

Wir haben viel zurückgelassen, doch bereut haben wir nichts. Wir sind stolz und glücklich, dass wir immer noch an Bord unserer ITHAKA sein dürfen. Und sind dankbar für alles, was wir erlebt haben. Tatsächlich sind wir inzwischen zurück in Griechenland, wo wir in Kalamata auf der Peloponnes gerade unsere dritte Wintersaison im schönen Land der Hellenen verbringen.

Burkhards Rücken-OP in 2017, die langwierige Reparatur am Unterwasserschiff auf den Azoren in 2019, und schließlich die schwerwiegenden Einschränkungen im Zuge der Covid-19 Pandemie, die in den vergangenen beiden Jahren das Segeln und die Erkundung von Land, Leuten und Kultur massiv erschwert haben – diese Umstände tragen dazu bei, dass unsere Lust auf Meer noch keineswegs gestillt ist. Und trotz gelebtem Social Distancing gibt es auch in diesem Jahr wieder wunderbare Segler-Begegnungen, aus denen echte Freundschaften entstehen.

So werden wir ganz sicher noch ein paar Jahre weitersegeln, sofern es die Gesundheit zulässt – ach ja und das Alter 😉… in wenigen Tagen jährt sich auch wieder Burkhards Geburtstag, den wir ganz eng mit unserem Umzug aufs Schiff verbinden – ein halbes Jahrzehnt später.